Umfrage zeigt deutlichen Ruf nach Entlastung

Energiepreise treiben Sorgen: Mehrheit fordert Staatseingreifen

Energiepreise treiben Sorgen: Mehrheit fordert Staatseingreifen
Foto: Eine Shell-Tankstelle, Archivbild. © dpa/Peter Endig

Steigende Öl- und Gaspreise infolge der Nahost-Spannungen sorgen in Deutschland für wachsende Verunsicherung. Eine breite Mehrheit der Bundesbürger wünscht sich nun staatliche Hilfe, um die finanziellen Lasten abzufedern. Vor allem Preisobergrenzen und Steuersenkungen werden gefordert.

Deutsche wünschen sich mehr staatliche Entlastung

Die aktuellen Spannungen im Nahen Osten hinterlassen ihre Spuren auf den internationalen Energiemärkten. Die Sorge vor möglichen Störungen wichtiger Handelsrouten lässt die Preise für Öl und Gas steigen. Dies verunsichert nicht nur Marktteilnehmer, sondern auch Verbraucher und Unternehmen in Deutschland.

Angesichts dieser Entwicklung spricht sich eine überwältigende Mehrheit der Deutschen für staatliche Entlastungsmaßnahmen aus. Eine Forsa-Umfrage im Auftrag von „Stern“ und RTL zeigt: Fast vier von fünf Bundesbürgern (77 Prozent) erwarten ein Eingreifen der Bundesregierung, sollten die Energiepreise auf dem aktuell hohen Niveau verharren oder sogar weiter klettern.

Nur jeder Fünfte (22 Prozent) sieht staatliche Eingriffe als nicht notwendig an. Die Befürworter einer Entlastung plädieren vor allem für konkrete Maßnahmen wie eine Preisobergrenze für Treibstoffe oder Senkungen der Steuern auf Benzin und Diesel. Diese Forderung ist besonders in Ostdeutschland (86 Prozent) und bei Menschen mit niedrigeren Einkommen (87 Prozent) stark verankert.

Auch Anhänger der Linkspartei (90 Prozent) und der AfD (95 Prozent) unterstützen solche Hilfen überdurchschnittlich stark. Wählerinnen und Wähler der Grünen zeigen sich dagegen zurückhaltender, hier befürworten 56 Prozent staatliche Eingriffe.

Die Hintergründe sind die jüngsten Entwicklungen im Nahen Osten, insbesondere die wachsende Anspannung rund um den Iran. Befürchtungen, dass wichtige Förder- und Transportwege, wie die strategisch wichtige Straße von Hormus, blockiert werden könnten, treiben die Preise weiter hoch. Dies hat bereits spürbare Auswirkungen auf die Kosten für Verbraucher, während energieintensive Industrien steigende Produktionskosten fürchten. Der politische Druck auf die Bundesregierung, auf neue Energiepreisschübe vorbereitet zu sein, wächst somit spürbar.

(Mit Material der dts Nachrichtenagentur erstellt)

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