Verbraucher spüren Preisanstieg – Deutlich heftiger als 2022

Energiepreise steigen auf früheres Krisenniveau

Energiepreise steigen auf früheres Krisenniveau

Eine Zapfsäule an einer deutschen Tankstelle im April 2026. Foto: dts Nachrichtenagentur

Die aktuellen Preissteigerungen bei Energieprodukten erinnern an frühere Krisen. Besonders beim Blick auf Benzin, Diesel und Heizöl sind die Zuwächse im Vorjahresvergleich teilweise vergleichbar mit Ölkrisen oder der Finanzkrise 2008. Doch die Spitzenwerte von 2022, ausgelöst durch den Beginn des Ukraine-Kriegs, bleiben vorerst unerreicht.

Preisschock für Verbraucher

An deutschen Tankstellen müssen Autofahrer im März 2026 tiefer in die Tasche greifen. Superbenzin war im Jahresvergleich 17,3 Prozent teurer, Diesel kostete gar 29,7 Prozent mehr. Kraftstoffe insgesamt verteuerten sich um 20 Prozent. Auch beim Heizen macht sich der Anstieg bemerkbar: Leichtes Heizöl war im März 2026 um 44,4 Prozent teurer als im Vorjahr.

2022: Der wahre Preishammer

Die aktuellen Preissteigerungen wirken fast moderat im Vergleich zu den Spitzenwerten nach dem russischen Angriff auf die Ukraine. Im März 2022 explodierten die Preise förmlich. Superbenzin kostete über 41 Prozent mehr, Diesel sogar über 62 Prozent. Heizöl war für Verbraucher damals fast eineinhalb Mal so teuer wie ein Jahr zuvor.

Geteiltes Bild bei Produzenten und Importeuren

Auf höherer Ebene, bei den Erzeuger- und Importpreisen, ist das Bild komplexer. Während die Preise für Mineralölerzeugnisse im März 2026 kräftig anzogen (Erzeugerpreise +18,3%, Importe +48,6%), sanken die Preise für Erdöl und Erdgas. Doch der Schein trügt: Der Blick auf die Vormonate zeigt einen deutlichen Preisanstieg bei Rohöl und Gas.

Historische Parallelen

Die aktuellen Entwicklungen erinnern laut Statistischem Bundesamt stark an die Ölkrisen der 1970er und 1980er Jahre sowie die Finanzkrise 2008/2009. Damals drosselten Ölförderländer die Produktion oder Kriege im Nahen Osten wie die erste Ölkrise 1973/74 oder die zweite 1979/80 und der Golfkrieg 1980 trieben die Preise in die Höhe. Auch die Finanzmarktkrise 2008 hatte spürbare Auswirkungen auf die Energiepreise.

Corona-Effekt und Ukraine-Krieg

Die Corona-Pandemie sorgte zunächst für fallende Energiepreise, gefolgt von einem starken Anstieg ab Mitte 2020. Der Beginn des Ukraine-Kriegs im Februar 2022 markierte dann den entscheidenden Wendepunkt mit extremen Preissprüngen, insbesondere bei Erdgas, das im März 2022 das Dreifache des Vorjahrespreises kostete.

Quelle
  • (Mit Material der dts Nachrichtenagentur erstellt) Redaktionelle Bearbeitung: insideBW-Redaktion.

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