„Symptomatisch für den Zustand unseres Landes“
Die Ungeduld in der Logistikbranche ist groß. Die vorübergehende Senkung der Energiesteuer für Kraftstoffe soll frühestens Anfang Mai in Kraft treten. Eine Entscheidung, die bei vielen auf Unverständnis stößt.
„Diese erstaunlich lange Zeitspanne ist symptomatisch für den Zustand unseres Landes insgesamt“, zitiert die „Bild“ Dirk Engelhardt, Chef des Bundesverband Güterkraftverkehr, Logistik und Entsorgung (BGL). Nachbarn seien hier Vorbilder für eine bürgernahe Verwaltung.
Drohen Insolvenzen?
Engelhardt sieht die Gefahr, dass Unternehmen unter dem Druck der Verzögerungen zur Insolvenz gezwungen werden könnten. Er verglich die Hängepartie mit der schnellen Milliarden-Entlastung für Griechenland im Jahr 2010. „Sollen die deutschen Auto- und Lkw-Fahrer um schlappe 1,6 Milliarden Euro entlastet werden, braucht der Bundestag Wochen. Unglaublich. Die Regierung treibt mit der Bummelei weitere Firmen in die Pleite.“
„Träge und lamentierende Politik“
Ähnlich scharf äußerte sich Reiner Holznagel, Präsident des Bundes der Steuerzahler. Zwar habe die Koalition erkannt, dass Mobilität bezahlbar bleiben müsse. „Umso bitterer ist es, wenn die Menschen auf die Entlastung jetzt wieder warten sollen. Der Frust ist absolut nachvollziehbar“, sagte Holznagel der „Bild“. Er sprach von „träger und lamentierender Politik“, die eine Chance auf schnelles Handeln vertan habe.
Jeder Tag zählt
Auch aus der Lebensmittelbranche kommt ein dringender Appell. „Ab jetzt gilt: Jeder Tag zählt – je schneller, desto besser“, mahnte Christoph Minhoff, Hauptgeschäftsführer des Verbands. Die Zeit drängt offensichtlich für die Unternehmen und die Verbraucher.

