Exporte auf Tiefststand
Die deutschen Warenlieferungen in den Iran erreichten im vergangenen Jahr mit 961,6 Millionen Euro einen deutlichen Tiefststand. Das entspricht einem Rückgang von 24,5 Prozent gegenüber 2024, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) am Montag mitteilte. Der Iran rutschte damit in der Rangliste der wichtigsten Handelspartner auf Platz 72 ab – ein deutlicher Fall von Platz 68 im Vorjahr und gar Platz 51 im Jahr 2018, dem Jahr vor der Wiedereinsetzung umfassender US-Sanktionen.
Auch die Importe aus dem Iran nahmen zu, allerdings nur leicht. Waren im Wert von 234,5 Millionen Euro wurden aus dem Land eingeführt, ein Plus von 1,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Dennoch sind die Zahlen im historischen Vergleich dramatisch eingebrochen: Gegenüber 2018 sanken die Exporte um 64,3 Prozent und die Importe um 46,8 Prozent. Damals beliefen sich die deutschen Exporte auf noch 2,7 Milliarden Euro, während Importe 440,8 Millionen Euro erreichten.
Maschinenexporte leiden stark
Besonders spürbar sind die Rückgänge bei den wichtigsten Exportgütern. Maschinen, einst das Top-Produkt deutscher Ausfuhren, verzeichneten einen Einbruch von 33,6 Prozent auf 248,4 Millionen Euro. Auch Pharmazeutische Erzeugnisse (-8,9 Prozent auf 228,7 Millionen Euro) und Chemische Erzeugnisse (-22,8 Prozent auf 141,8 Millionen Euro) waren weniger gefragt.
Auf der Importseite dominieren weiterhin Nahrungsmittel, die fast zwei Drittel der iranischen Ausfuhr nach Deutschland ausmachten (153,9 Millionen Euro). Darunter waren vor allem Pistazien ohne Schale (78,0 Millionen Euro). Pharmazeutische Erzeugnisse und Textilien, darunter vor allem geknüpfte Teppiche, folgten mit deutlichem Abstand.
Unternehmen ziehen sich zurück
Der dramatische Rückgang im Handelsvolumen spiegelt sich auch in der Zahl der beteiligten Unternehmen wider. Waren im Jahr 2024 noch 2.556 Unternehmen im Handel mit dem Iran aktiv, waren es 2018 noch 6.630 – ein Rückgang von über 61 Prozent. Besonders stark sank die Zahl der exportierenden Unternehmen.
Exportüberschuss schrumpft
Der deutsche Handelsbilanzüberschuss mit dem Iran verringerte sich ebenfalls. Im Jahr 2025 lag er bei 727,1 Millionen Euro, nach 1,0 Milliarden Euro im Vorjahr und 2,3 Milliarden Euro im Jahr 2018.
Ein Blick auf die ersten beiden Monate des laufenden Jahres 2026 zeigt keine Trendumkehr. Die Exporte in den Iran sanken im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 48,5 Prozent auf 102,3 Millionen Euro. Die Importe dagegen stiegen leicht um 1,9 Prozent auf 37,0 Millionen Euro.

