Mehrheit sieht Steuerlast als zu hoch an
Zwei Drittel der Bundesbürger finden, dass ihre Steuerlast zu hoch ist. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Infratest für den ARD-Deutschlandtrend. Nur 28 Prozent der Befragten empfinden die Belastung als angemessen. Für ein mageres Prozent ist sie sogar zu niedrig, während 3 Prozent angaben, keine Steuern oder Sozialabgaben zu zahlen.
Junge stärker betroffen
Besonders die Befragten im erwerbstem Alter fühlen sich finanziell unter Druck gesetzt. Bei den 18- bis 34-Jährigen halten 72 Prozent die Belastung für zu hoch. Bei den über 65-Jährigen ist der Anteil mit 56 Prozent geringer, aber immer noch mehrheitlich negativ.
AfD-Wähler am unzufriedensten
Dass die Steuerlast zu hoch ist, sehen vor allem AfD-Anhänger so – 87 Prozent von ihnen äußern sich entsprechend. Einzig die Anhänger der Grünen sehenheitlich keinen Handlungsbedarf: 63 Prozent dieser Gruppe halten ihre Belastung für angemessen. Immerhin 35 Prozent der Grünen-Wähler empfinden sie jedoch ebenfalls als zu hoch.
Viele Vorschläge werden befürwortet
Bei den diskutierten politischen Maßnahmen zeigt sich ein klarer Trend: Eine Absenkung der Einkommenssteuer für Gering- und Mittelverdiener, verbunden mit einer Anhebung für Top-Einkommen, befürworten 76 Prozent der Befragten. Auch eine beschleunigte Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse zur schnelleren Integration von Asylbewerbern in den Arbeitsmarkt findet mit 74 Prozent mehrheitlich Zustimmung. Eine höhere Besteuerung von gesundheitsschädlichen Produkten wie Alkohol und Tabak sehen ebenfalls 72 Prozent positiv.
Teilung bei Arbeitsmarktmaßnahmen
Anders sieht es bei Eingriffen in das Arbeitsrecht aus. Eine längere Möglichkeit für befristete Anstellungen spaltet die Meinungen: 48 Prozent sind dafür, 44 Prozent dagegen. Die Abschaffung des Ehegatten-Splittings stößt auf mehrheitliche Ablehnung: Lediglich 32 Prozent finden dies richtig, während 54 Prozent dagegen sind. Auch eine Abschaffung der kostenlosen Mitversicherung von Ehepartnern in der gesetzlichen Krankenversicherung lehnen 64 Prozent ab.
Kritik an Gesundheitspolitik
Auch im Gesundheitswesen gibt es deutliche Konturen. Die Begrenzung der Vergütungen für Ärzte und Krankenhäuser findet nur bei 23 Prozent Zustimmung, 63 Prozent sehen dies kritisch. Eine Erhöhung der Mehrwertsteuer wird fast geschlossen abgelehnt: Nur 6 Prozent halten dies für richtig, ganze 91 Prozent lehnen es ab.
Misstrauen in die Regierung
Das Vertrauen in die politische Führung ist gering. Nur ein Fünftel der Befragten glaubt, dass die Regierung die notwendigen Maßnahmen für zukunftssichere Sozialsysteme ergreift. Auch bei der Ankurbelung der Wirtschaft haben 70 Prozent Zweifel, nur 26 Prozent haben Vertrauen.
