Deutliche Zuwächse in der EU
Die Automobilbranche in Deutschland kann auf einen erfreulichen Aufschwung bei Elektrofahrzeugen blicken. Wie der Verband der Automobilindustrie (VDA) meldet, stammen im Jahr 2025 die Hälfte aller neu in der Europäischen Union zugelassenen vollelektrischen Autos von deutschen Konzernen. Seit 2016 hat sich der Marktanteil damit mehr als verdoppelt. Auch bei Plug-in-Hybriden ist die Bilanz positiv: Hier erreichte der Marktanteil im vergangenen Jahr 58,6 Prozent.
Überraschende Erfolge in Südeuropa
Interessant ist die Entwicklung in einzelnen Ländern: In den Niederlanden, Italien und Frankreich verzeichneten die deutschen Marken bei reinen Elektroautos und Hybriden im Jahr 2025 spürbar höhere Marktanteile als bei allen Fahrzeugen insgesamt. Dies zeigt, dass der Wandel hin zur Elektromobilität dort besonders gut gelingt und deutsche Hersteller davon profitieren.
Herausforderung China bleibt
Ein Sorgenkind bleibt jedoch der chinesische Markt. Dort sind die Marktanteile deutscher Hersteller bei alternativen Antrieben bereits gering und sind 2024 auf 2025 weiter gesunken. Bei Plug-in-Hybriden erreiche man lediglich 0,5 Prozent, bei reinen Elektroautos 2,5 Prozent.
VDA-Präsidentin fordert bessere Rahmenbedingungen
VDA-Präsidentin Hildegard Müller mahnt zum differenzierten Blick auf die Lage. „Unsere Hersteller haben bei der E-Mobilität in vielen Märkten einen höheren Anteil als am Gesamtmarkt“, sagte sie den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Gleichzeitig appellierte sie eindringlich an die Politik. „Wir haben eine massive Standortkrise, die die komplette deutsche Industrie betrifft.“ Steuerlast, Bürokratie und Arbeitskosten würden Deutschland in Rankings weit nach hinten durchreichen. Der Glaube, die Politik könne wirtschaftliche Entscheidungen besser treffen als die Unternehmen, sei gescheitert.