Dax stagniert – Ölhändler unter Druck

DAX startet verhalten – Ölpreis steigt weiter an

Anzeigetafel in der Frankfurter Börse, via dts Nachrichtenagentur

Der deutsche Leitindex DAX ist am Freitagmorgen leicht im Plus in den Handel gestartet, konnte aber frühe Gewinne kaum ausbauen. Haupttreiber für die Nervosität an den Märkten bleiben die global steigenden Ölpreise und logistische Engpässe, die Ölhändler unter enormen Druck setzen. Auch Tech-Aktien wie SAP bewegen sich in einem unsicheren Umfeld.

Schwacher Start mit leichter Erholung

Der DAX hat am Freitagmorgen einen verhaltenen Start in den Handel hingelegt. Gegen 9:30 Uhr notierte der Leitindex bei rund 24.185 Punkten und lag damit 0,1 Prozent über dem Schlussniveau des Vortages. Die Wall Street und der S&P-500-Index stabilisierten sich, was den deutschen Leitindex vor größeren Verlusten bewahrt.

Ölpreis als Störfaktor

„Nur wegen der Stabilisierung des S&P-500 und der Wall Street wird der DAX gerade davor bewahrt, seine Verluste auszuweiten“, sagte Jochen Stanzl, Chefmarktanalyst der Consorsbank. Die Nervosität an den weltweiten Börsen nimmt laut Stanzl zu, seit der Ölpreis wieder über die Marke von 100 Dollar gestiegen ist. Aktienanleger könnten sich zwar auf die Krisenresilienz von Unternehmen verlassen, die sich aus früheren Energieengpässen angepasst hätten. Doch auch hier gebe es Grenzen.

Logistische Engpässe belasten

Anders sei die Lage bei den Ölhändlern, die nicht über die gleiche Anpassungsfähigkeit verfügen. Hunderte Schiffe stecken im Persischen Golf fest, während die Rohölbestände in westlichen Lagern schwinden. Zwar sinkt die Ölnachfrage infolge der hohen Preise – Fluggesellschaften streichen Flüge, und Verbraucher lassen das Auto stehen. Dieser Rückgang reiche jedoch nicht aus, um den logistischen Engpass zu beheben. Der steigende Ölpreis sei daher die zwangsläufige Folge. Für die Ölhändler tickt die Uhr, solange die Straße von Hormus blockiert bleibt.

SAP-Zahlen trotz KI-Unsicherheit robust

Die Zahlen von SAP wurden als zufriedenstellend für das aktuelle Marktumfeld bewertet. Die Aktie fiel allerdings um 30 Prozent, was auf die Erwartung einer schwierigen Anpassungsphase an das KI-Zeitalter zurückzuführen ist. Dennoch übertraf der Quartalsbericht mehrere Erwartungen – eine beachtliche Leistung angesichts der unsicheren makroökonomischen und geopolitischen Lage sowie des Umbruchs im Softwaresektor. Die kurzfristigen Auftragseingänge zeigten wieder normales Wachstum und stützen die Erklärungen des Vorstands zum schwachen vierten Quartal. Damit könnte das Vertrauen der Anleger gestärkt werden, auch wenn die Sorge vor einer Abwanderung von Kunden zu KI-Agenten nicht vollständig ausgeräumt ist.

Euro und Gold schwächeln, Öl steigt

Die europäische Gemeinschaftswährung zeigte sich am Freitagmorgen schwächer und kostete 1,1682 US-Dollar. Der Goldpreis sank leicht auf 4.684 US-Dollar pro Feinunze. Im Gegensatz dazu stieg der Ölpreis weiter an: Ein Fass der Nordsee-Sorte Brent verteuerte sich bis 9 Uhr auf 105,90 US-Dollar.

Quelle
  • (Mit Material der dts Nachrichtenagentur erstellt) Redaktionelle Bearbeitung: insideBW-Redaktion.

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