Anleger beobachten Märkte mit Skepsis

DAX startet leicht im Plus – Ölpreis am Radar

Foto: Frankfurter Börse (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Der deutsche Leitindex Dax setzte seine leichte Erholung am Freitagmorgen fort und notierte im frühen Handel bei rund 23.925 Punkten, ein Zuwachs von 0,5 Prozent. Beobachter sehen jedoch weiterhin eine angespannte Gemengelage, insbesondere aufgrund der Entwicklung am Ölmarkt und der Rolle Russlands.

Ölpreissorgen drücken Anleger

Der Dax eröffnete am Freitagmorgen im positiven Bereich. Gegen 9:30 Uhr lag der Leitindex bei etwa 23.925 Zählern, ein leichtes Plus von 0,5 Prozent zum Vortagesschluss. Doch Analysten warnen vor voreiliger Euphorie.

„Dass der Ölpreis im Bereich des oberen Fünftels seiner Handelsspanne seit Wochenbeginn notiert und der Dax im unteren Fünftel, demonstriert ein hohes Maß an Missbehagen der Anleger mit der aktuellen Situation am Markt“, erklärte Jochen Stanzl, Chefmarktanalyst der Consorsbank.

Die Entscheidung der USA, Indien kurzfristig wieder russisches Öl kaufen zu lassen, unterstreicht laut Stanzl die weltweite Sorge vor einem drohenden Versorgungsengpass. „Europa ist Nettoimporteur von Öl, und solange die Preise hoch bleiben oder weiter steigen, werden Anleger einen großen Bogen um europäische Aktien machen“, so der Experte.

US-Aktien profitieren von Öl-Exporten

Interessanterweise haben amerikanische Aktien seit Beginn der US-Operation „Epische Wut“ kaum noch verloren. Der S&P 500 zeigt sich diese Woche lediglich 0,5 Prozent im Minus, der Nasdaq 100 sogar im Plus. Dies sei laut Stanzl weniger auf eine plötzliche Renaissance des US-Aktienmarktes zurückzuführen als auf die Tatsache, dass die USA Netto-Öl-Exporteure sind.

Goldpreis im Zweifel

Der Goldpreis hingegen gerät ins Wanken. Nach wochenlangen starken Schwankungen zweifeln Anleger zunehmend an seiner Funktion als sicherer Hafen. Dass der Goldpreis aktuell im unteren Drittel seiner Wochenspanne notiert, obwohl „in vielerlei Hinsicht Unvorstellbares geschah“, verstärkt diese Bedenken.

Besondere Aufmerksamkeit erregt das Vorhaben Polens, auf die Goldschätze seiner Zentralbank zuzugreifen, um EU-Rüstungskredite zu umgehen. „Dennoch könnten die Gedankenspiele Polens – des größten offiziellen Goldkäufers der letzten Jahre – am Goldmarkt für Irritationen sorgen“, sagte Stanzl. Er verwies auf immense rechtliche Hürden bei einem solchen Vorgehen von Regierungen.

Euro schwächer, Öl und Gold steigen

Die europäische Gemeinschaftswährung zeigte sich am Morgen etwas schwächer und kostete 1,1607 US-Dollar. Der Goldpreis konnte sich hingegen leicht erholen und wurde am Morgen für eine Feinunze für 5.099 US-Dollar gehandelt, ein Plus von 0,3 Prozent. Auch der Ölpreis stieg leicht an: Ein Fass der Nordsee-Sorte Brent verteuerte sich um 0,5 Prozent auf 85,80 US-Dollar.

(Mit Material der dts Nachrichtenagentur erstellt)