Börsenampel auf Rot
Der Dax ist am Freitag nach einem positiven Start in den Handelstag bis zum Mittag ins Minus gerutscht. Gegen 12:30 Uhr wurde der Leitindex mit rund 23.750 Punkten berechnet, 0,3 Prozent unter dem Schlussniveau vom Vortag.
Die anhaltend steigenden Rohölpreise sorgen für wachsende Besorgnis unter den Anlegern. Die Nordseesorte Brent nähert sich der psychologisch wichtigen 100-Dollar-Marke. Das Internationale Währungsfonds (IWF) hat bereits darauf hingewiesen, dass eine zehnprozentige Erhöhung des Rohölpreises die globale Inflation um 0,4 Prozent ankurbeln und das Wirtschaftswachstum zwischen 0,1 und 0,2 Prozent beeinträchtigen könnte. Besonders rohstoffarme Industrieländer in Europa und Asien wären davon betroffen.
Lage bleibt unübersichtlich
Als Konsequenz springt die Börsenampel für viele Investoren zunächst auf Rot. Eine allgemeine Panik im Dax sei jedoch noch nicht zu erkennen. Die Anleger hoffen weiterhin auf eine kurzfristige militärische Auseinandersetzung im Iran. Ob dieser Optimismus gerechtfertigt ist, bleibt fraglich, da die Situation unübersichtlich ist und jederzeit eine Kettenreaktion auslösen könnte.
Wirtschaftswachstum enttäuscht
Auch die vorgelegten Bruttoinlandsproduktzahlen für die Eurozone lieferten keinen Anlass zur Freude. Die Wachstumsrate blieb hinter den Erwartungen zurück und unterstreicht die Fragilität des aktuellen Wirtschaftsaufschwungs in Europa. Steigende Energiepreise könnten die Konjunkturentwicklung weiter dämpfen und die Stimmung in Unternehmen und Haushalten trüben.
Defensive Haltung vor dem Wochenende
Der Euro gab am Nachmittag nach und kostete 1,1580 US-Dollar. Derweil profitierte der Goldpreis und stieg leicht. Ein Fass Brent-Rohöl verteuerte sich um 2,8 Prozent auf 87,77 US-Dollar. Vor dem bevorstehenden Wochenende ist davon auszugehen, dass sich einige Anleger defensiver aufstellen werden.
(Mit Material der dts Nachrichtenagentur erstellt)

