Energiekrise belastet Börsen

Dax kämpft mit Ölpreisschock – Inflation Sorgen wachsen

Foto: Frankfurter Börse, via dts Nachrichtenagentur

Der deutsche Leitindex hat den Handelstag mit deutlichen Verlusten begonnen. Auslöser sind die stark gestiegenen Öl- und Gaspreise, getrieben vom Konflikt im Nahen Osten. Experten warnen vor einem globalen Wirtschaftsabschwung und neuer Inflationswelle, die sogar Zinserhöhungen durch die EZB wahrscheinlicher macht.

Hohe Verluste zum Wochenstart

Der deutsche Leitindex Dax ist am Montagmorgen mit satten Verlusten in den Handel gestartet. Gegen 9:30 Uhr lag der Index rund 2,4 Prozent unter dem Schlusskurs vom Freitag. Zu den stärksten Verlierern zählten Siemens Energy, Continental und Infineon.

Öl und Gas explodieren – Straße von Hormus im Fokus

Die weltweiten Energiepreise sind zum Wochenbeginn massiv angestiegen. Ein Fass der Nordseesorte Brent verteuerte sich bis Montagmorgen auf 107,80 US-Dollar, ein Zuwachs von 16,3 Prozent. Der Gaspreis legte zunächst sogar um über 28 Prozent zu, pendelte sich dann aber bei rund 14 Prozent Plus ein.

„Solange die Straße von Hormus dicht ist, gibt es praktisch keine Hoffnung auf einen Rückgang des Ölpreises“, erklärt Thomas Altmann von QC Partners. Die Schließung der strategisch wichtigen Wasserstraße blockiert angeblich den Weg für Öltanker nach Westen, was das Angebot weiter verknappt. „Am Ölmarkt trifft eine relativ konstante Nachfrage aktuell auf ein deutlich reduziertes Angebot. Und das treibt zwangsläufig den Preis in die Höhe“, so Altmann. Bleibe der Ölpreis längere Zeit auf diesem hohen Niveau, werde dies das globale Wirtschaftswachstum negativ beeinflussen.

Inflationsangst und Zinserhöhungsdruck

Die Sorge vor einem erneuten Inflationsschub durch die teure Energie wächst. „Die Mehrheit geht davon aus, dass die Notenbanken mit Zinserhöhungen gegensteuern werden“, schätzt Analysten ein. Die Wahrscheinlichkeit einer EZB-Zinserhöhung bis Oktober wird mittlerweile bei 93 Prozent gehandelt. Dies führt auch dazu, dass Staatsanleihen unter Druck geraten, da sie als sicherer Hafen in diesem Umfeld weniger attraktiv erscheinen.

(Mit Material der dts Nachrichtenagentur erstellt)