Optimismus im Iran-Konflikt treibt Weltbörsen

DAX dümpelt – Anleger setzen auf Entspannung

Wertpapierhändler beobachten die Kurse an der Frankfurter Börse.

[insidebw_article_meta_full]

Der deutsche Leitindex DAX ist am Donnerstagmorgen kaum verändert in den Handel gestartet. Auch wenn die Börsenampeln eher auf Gelb als auf Grün stehen, machen sich Anleger Hoffnung auf eine schnelle Rückkehr zur Normalität. Wachsender Optimismus im Iran-Konflikt stützt derweil weltweit Aktienmärkte und lässt Rekordkurse erzielen.

Leichte Kursgewinne zum Handelsstart

Der DAX eröffnete den Handelstag am Donnerstag mit einem kleinen Plus. Gegen halb zehn Uhr notierte der Leitindex bei rund 24.100 Zählern, ein Zuwachs von 0,1 Prozent im Vergleich zum Schlusskurs des Vortages. Die Spitzenreiter im aktuellen Kursgeschehen waren Branchengrößen wie BASF, SAP und Infineon. Am unteren Ende der Rangliste fanden sich hingegen die Deutsche Telekom, Daimler Truck und Qiagen.

Gier ersetzt Angst

Während der deutsche Aktienmarkt noch zögerlich agiert, treibt ein spürbar wachsender Optimismus die weltweiten Börsen auf neue Rekordstände. Jochen Stanzl, Chefmarktanalyst der Consorsbank, beobachtet eine klassische Entwicklung an den Aktienmärkten: „Die Psychologie der Anleger hat sich von extremer Angst über eine neutrale Haltung bis hin zu – aktuell – Gier gewandelt.“ Die Erwartungshaltung der Investoren steige damit stetig. Aktuell werde oft gekauft, um die Fragen erst danach zu stellen. Diese Umkehrung sei laut Stanzl jedoch nicht von Dauer.

Prognosen für die Konjunktur

Investoren spekulieren auf eine rasche Rückkehr zum Status quo. Anzeichen dafür sehen sie im Wachstum des chinesischen Bruttoinlandsprodukts, das mit fünf Prozent prognostiziert wird. Hohe Energiepreise werden in diesem Quartal auf eine ansonsten dynamisch ins neue Jahr gestartete Konjunktur treffen. Davon leiten Anleger die Hoffnung ab, dass die chinesischen Konjunkturdaten als Maßstab für die anlaufende Berichtssaison dienen könnten und der Konflikt im Iran sich letztlich nur als vorübergehende Wachstumsdelle erweist. Auch die Zinserwartungen haben sich offenbar gedreht: Die Erwartung einer Zinsanhebung durch die Europäische Zentralbank (EZB) verliert an Bedeutung. Obwohl die Ölpreise auf absehbare Zeit hoch bleiben dürften, scheint die Inflation ihr größtes Schrecken verloren zu haben.

Euro und Ölpreise

Die europäische Gemeinschaftswährung zeigte sich am Donnerstagmorgen etwas schwächer. Ein Euro kostete 1,1797 US-Dollar, während ein Dollar 0,8477 Euro wert war. Parallel dazu stieg der Ölpreis: Ein Fass der Nordseesorte Brent verteuerte sich bis etwa 9 Uhr deutscher Zeit auf 95,50 US-Dollar, ein Plus von 57 Cent oder 0,6 Prozent gegenüber dem Vortagesschluss.

Quelle
  • (Mit Material der dts Nachrichtenagentur erstellt) Redaktionelle Bearbeitung: insideBW-Redaktion.

Methodik-Hinweis:
insideBW prüft Informationen nach redaktionellen Standards. Wie wir arbeiten? Mehr dazu: Quellen & Methodik .