Unsicherheit nach Cyberangriff

Bundesregierung mauert bei Signal-Hack – Kanzler betroffen?

Bundesregierung mauert bei Signal-Hack – Kanzler betroffen?

Bundestagsgebäude in Berlin (Archivbild). Symbolbild für die Politik in Deutschland.

Die Bundesregierung schweigt beharrlich zu den Details eines Cyberangriffs, der auch hochrangige Politiker treffen könnte. Sowohl der Bundeskanzler als auch Bundestagspräsidentin Julia Klöckner sollen im Visier von Hackern stehen. Die zuständigen Behörden warnen vor staatlich gesteuerten Angreifern.

Keine Auskunft zu Sicherheitslücken

Die Bundesregierung gibt sich bedeckt, wenn es um den gravierenden Signal-Hack geht. Ob Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) oder andere Regierungsmitglieder persönlich betroffen sind, bleibt unklar. Die offizielle Stellungnahme lautet: „Wir können über die Art und Weise, wie wir in der Bundesregierung kommunizieren, keine Auskunft geben“, erklärte der stellvertretende Regierungssprecher Sebastian Hille am Freitag in Berlin. Dies gelte grundsätzlich für alle Kommunikationswege und -mittel.

‚Sichere Kanäle‘ als Zusicherung

Hille betonte jedoch, dass die Kommunikation der Bundesregierung, des Kanzlers und der Bundesminister stets auf „sicheren Kanälen“ laufe. Eine Sorge vor den Gefahren im digitalen Raum könne man aber nicht gänzlich von der Hand weisen. „Jeder ist aufgerufen, in seiner persönlichen Kommunikation größte Sensibilität walten zu lassen“, mahnte Hille zur Vorsicht vor verdächtigen Links und unbekannten Verteilerlisten.

Breiter Angriff auf Politik und Militär

Medienberichten zufolge soll eine seit Monaten andauernde Phishing-Kampagne bereits zahlreiche SPD-Abgeordnete und Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU) getroffen haben. Insbesondere die Information, Klöckner sei Teil einer Signal-Gruppe, in der auch der Kanzler zu finden sei, wirft Fragen auf. Möglicherweise konnten Angreifer so Einblick in die Kanzler-Chats gewinnen oder den Kanzler direkt attackieren.

Staatlich gesteuerte Akteure als Verdacht

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) und das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) sehen die Indizien für einen „wahrscheinlich staatlich gesteuerten Cyberakteur“. Dieser nutze Messengerdienste wie Signal gezielt für seine Angriffe. Besonders im Fokus stünden „hochrangige Ziele aus Politik, Militär und Diplomatie sowie Investigativjournalistinnen und -journalisten in Deutschland“.

Quelle
  • (Mit Material der dts Nachrichtenagentur erstellt) Redaktionelle Bearbeitung: insideBW-Redaktion.

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