Digital-Wallets und einfacherer Zugang zu Behörden

Bundesminister kündigt neue Bürger-App an

Bundesminister kündigt neue Bürger-App an
Foto: Bundesdigitalminister Karsten Wildberger bei einer Veranstaltung in Berlin, 26.02.2026, via dts Nachrichtenagentur

Bundesdigitalminister Karsten Wildberger (CDU) will die Digitalisierung in Deutschland vorantreiben. Eine neue App soll als zentrales Serviceportal dienen. Nutzer sollen auf diesem Weg künftig Anträge stellen, Termine buchen und Informationen abrufen können. Auch eine digitale "Wallet" für Ausweise ist geplant, die Nutzung bleibt aber freiwillig.

App als zentrales Serviceportal

Das digitale Deutschland soll einfacher werden. Bundesdigitalminister Karsten Wildberger (CDU) hat die Einführung einer bundesweiten Bürger-App angekündigt. Sie soll eine Art Schaltzentrale für staatliche Leistungen werden. Anträge stellen, Termine buchen oder einfach nur Informationen zu finden – all das soll künftig über eine einzige Anwendung auf dem Smartphone laufen. Wildberger stellte die Pläne bei einer Veranstaltung des „Handelsblatts“ in Berlin vor.

Konkrete Details zur Funktionsweise der App will der Minister im Sommer, voraussichtlich ab Juni oder Juli, der Öffentlichkeit präsentieren. Ein wichtiger Bestandteil der Neuerung: Die App wird eng mit einer digitalen „Wallet“ verknüpft. Diese soll es ermöglichen, wichtige Dokumente wie den Personalausweis, den Führerschein oder Altersnachweise sicher auf dem Smartphone zu speichern. Eine Online-Identitätsprüfung soll dadurch deutlich erleichtert werden.

Die Nutzung der App und der digitalen „Wallet“ wird ausdrücklich freiwillig sein. Wildberger betonte, dass die Bürgerinnen und Bürger selbst entscheiden sollen, wie sie digitale Dienste in Anspruch nehmen wollen. Das übergeordnete Ziel sei es, Verwaltungsvorgänge deutlich zu vereinfachen, Unternehmen im bürokratischen Alltag zu entlasten und gerade jungen Menschen einen sicheren und unkomplizierten Zugang zu digitalen Angeboten zu ermöglichen.

Neben dem Thema der Bürger-App sprach Wildberger auch über weitere wichtige Bereiche der digitalen Politik. Dazu gehörten die Debatte um soziale Medien, den Schutz sensibler Daten und die Notwendigkeit einer Altersverifikation. Im Hinblick auf mögliche Social-Media-Verbote für Minderjährige bekräftigte der Minister die Notwendigkeit von Altersbeschränkungen, um junge Nutzer besser zu schützen. Er verwies dabei auf die Schutzpflicht des Staates. Zudem zog Wildberger eine erste Bilanz seiner Modernisierungsagenda, hob bereits erreichte Fortschritte bei der Entlastung von Bürgern und Unternehmen hervor und unterstrich die generelle Notwendigkeit, Deutschland technologisch auf dem neuesten Stand zu halten.