Abschied nach Rettung
Der Staat steigt aus. Nach der gigantischen Rettung des Energiekonzerns Uniper kurz nach Beginn des Ukraine-Kriegs will die Bundesregierung nun einen Großteil ihrer Anteile abstoßen. Das Finanzministerium hat ein Privatisierungskonzept vorgelegt.
Deutliche Reduzierung geplant
Ab Ende des Jahres soll der Bund nur noch 25 Prozent plus eine Aktie an dem Gas- und Stromversorger halten. Aktuell kontrolliert der Staat 99,1 Prozent des Unternehmens. Wie genau der Verkauf über die Bühne gehen soll, ist noch offen: Eine Kombination aus Aktienpaketen für langfristig orientierte Investoren und einem möglichen Börsengang wird geprüft.
Mehrere Milliarden Euro erwartet
Der Börsenwert von Uniper liegt derzeit bei rund 18 Milliarden Euro. Allerdings ist die Summe mit Vorsicht zu genießen, da der Verkauf großer Mengen den Kurs drücken könnte. Dennoch rechnet Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) mit Einnahmen in den hohen einstelligen Milliardenbereich.
Strategische Sicherung
Im Jahr 2022 hatte der Bund Uniper mit 13,5 Milliarden Euro vor der Pleite bewahrt. Der Konzern spielt eine wichtige Rolle bei der Versorgung von Stadtwerken und Industrie. Um weiterhin Einfluss auf energiestrategische Entscheidungen und die Gasversorgung zu nehmen, will der Staat nach der Teilprivatisierung die verbleibenden 25 Prozent plus eine Aktie behalten.
Investoren gesucht
Interessierte Firmen können sich bis zum 12. Juni beim Finanzministerium melden. Gesucht werden langfristig orientierte Partner, die Uniper als Ganzes erhalten wollen. Reine Finanzinvestoren, die auf schnelle Gewinne durch Aufspaltung hoffen, sind unerwünscht. Beispiele für potenzielle Käufer sind Pensionsfonds oder Energiekonzerne wie die norwegische Equinor.
Flexibilität bei Börsenplatzierung
Parallel zur Suche nach strategischen Investoren bereitet die Regierung auch einen Börsengang vor, der für Januar nächsten Jahres anvisiert wird. Dort könnten dann auch kleinere Anteile peu à peu veräußert werden, um den Markt nicht zu überlasten. Es ist auch denkbar, dass am Ende eine Mischfinanzierung aus strategischen Investoren und einem teilweisen Börsenverkauf steht.

