Genehmigung als Meilenstein
Die Bundesregierung hat sich offenbar für die Genehmigung eines kontroversen Atomprojekts in Niedersachsen ausgesprochen. Das berichten übereinstimmend mehrere mit der Bewertung vertraute Personen.
Die Anlage in Lingen soll unter Beteiligung des russischen Staatskonzerns Rosatom neue sechseckige Brennelemente herstellen. Der französische Konzern Framatome, über seine Tochter Advanced Nuclear Fuels (ANF), plant die Produktion, die auf Know-how und Anlagen von Rosatom angewiesen ist.
Demnach hat die Bundesregierung eine atomrechtliche Bewertung unter Auflagen vorgenommen. Diese einheitliche Bewertung, in die sowohl das Kanzleramt als auch das Bundesinnenministerium involviert waren, stellt einen entscheidenden Schritt im Genehmigungsverfahren dar.
Land entscheidet endgültig
Die ultimative Entscheidung liegt nun beim niedersächsischen Umweltministerium. Dieses hatte die Prüfungen aus Berlin abgewartet, um eine finale Einschätzung treffen zu können.
Bereits 2022 beantragte Framatome die notwendige Änderungsgenehmigung für das Werk in Lingen. Die Rosatom-Tochter TVEL soll dabei Anlagen und technisches Wissen liefern.
Experten und Politiker äußern seit langem Bedenken. Landesumweltminister Christian Meyer warnte noch im Dezember davor, einen ähnlichen Fehler wie bei der Gasinfrastruktur zu wiederholen und Rosatom Zugang zu sensibler Technologie zu gewähren.


