Hartung: Arbeit muss sich lohnen

Bosch-Chef verteidigt deutsche Arbeitsmoral – und fordert mehr Anreize

Bosch-Chef Stefan Hartung (Archivbild), via dts Nachrichtenagentur

Bosch-Chef Stefan Hartung hat der Belegschaft in Deutschland widersprochen, die zu wenig arbeiten würde. Er sieht keinen Grund zur Kritik und betont, dass Arbeit attraktiver gestaltet werden müsse. Gleichzeitig fordert er konkrete Maßnahmen für mehr Investitionen und eine bessere Infrastruktur.

Kritik an Arbeitsmoral

Die Debatte um die Arbeitsmoral in Deutschland hat einen prominenten Gegenwind erfahren: Bosch-Chef Stefan Hartung. Er teilt die negative Einschätzung vieler nicht. „Ich sehe hier keinen Grund, die Menschen in unserem Land zu kritisieren“, sagte Hartung den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Deutschland arbeite genug.

Mehr Lohn für mehr Arbeit

Ein zentraler Punkt für Hartung ist die Attraktivität von Arbeit. „Arbeit muss sich lohnen, dann wird auch viel gearbeitet“, betonte der Manager. Er regte Anreize für alle Einkommensgruppen an, beispielsweise durch die Möglichkeit, eine Stunde mehr pro Woche zu arbeiten. Er fügte hinzu, dass die hohe Steuerlast alle Einkommensschichten betreffe und bei Entlastungsgesprächen berücksichtigt werden müsse. Motivation sei hier der Schlüssel.

Reformen brauchen mehr Zeit

Kritisch äußerte sich der Bosch-Chef zu den Reformplänen der Bundesregierung. Der Ankündigung eines „Frühlings der Reformen“ fehle es an Zeit. „Eine Jahreszeit wird für die erforderlichen Veränderungen nicht reichen“, so Hartung. Er mahnte eine nüchterne Bewertung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, insbesondere im Hinblick auf private Investitionen. Die Regierung müsse hier aktiv werden, um die Investitionsschwäche zu überwinden.

Infrastruktur und Bildung wichtig

Konkret nannte Hartung die Notwendigkeit einer modernen und verlässlichen Infrastruktur, eine tragbare Belastung der Wirtschaft durch Abgaben und Bürokratie sowie ein leistungsfähiges Bildungssystem vom Handwerk bis zur Universität. Diese Punkte seien entscheidend für die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland.

Ministerin Reiche in Schutz genommen

Hartung verteidigte zudem Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU). „Ich finde es ziemlich erfrischend, dass wir eine Wirtschaftsministerin haben, die auch in der Wirtschaft gearbeitet hat“, sagte er. Er sehe ihrer Arbeit weiterhin mit großer Zuversicht entgegen.

Quelle
  • (Mit Material der dts Nachrichtenagentur erstellt) Redaktionelle Bearbeitung: insideBW-Redaktion.

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