Entwicklungsministerium beendet Förderung

Berlin zieht den Stecker: UNIDO-Investitionsbüros vor dem Aus

Berlin zieht den Stecker: UNIDO-Investitionsbüros vor dem Aus

Das Bundesentwicklungsministerium (Archivbild). Foto: dts Nachrichtenagentur

Das Bundesentwicklungsministerium (BMZ) stellt die Finanzierung für zwei wichtige UNIDO-Investitionsbüros in Deutschland ein. Die Standorte in Bonn und Berlin, die dem Technologietransfer und der Investitionsförderung in Entwicklungs- und Schwellenländer dienten, sollen Ende 2026 schließen. Grund sind Sparzwänge im Ministerium, die auf internationale Kritik stoßen.

Investitionsförderung gestoppt

Die Entscheidung des Bundesentwicklungsministeriums (BMZ) trifft diese Woche die Vereinten Nationen für industrielle Entwicklung (UNIDO). Zwei für Investitionen und Technologietransfer zuständige Büros in Bonn und Berlin werden ab Ende 2026 keine Bundesgelder mehr erhalten. Das geht aus einem Schreiben des Ministeriums an die UNIDO hervor, über das die Zeitung „Welt“ zuerst berichtete.

Sparzwang als Begründung

Die Schließung sei „insbesondere vor dem Hintergrund immer knapper werdender Haushaltsmittel des BMZ“ erfolgt, so eine Sprecherin des Ministeriums auf Anfrage. Rund 1,7 Millionen Euro kostete das Projekt „ITPO-Deutschland“ im laufenden Jahr, 2025 werden voraussichtlich 1,8 Millionen Euro fällig. Nach zehnjähriger Förderung sei für das Projekt nun Schluss.

Das BMZ betonte gleichzeitig, die Zusammenarbeit mit der UNIDO bei anderen Projekten und Programmen fortsetzen zu wollen. Dies gelte sowohl für finanzielle Beiträge als auch auf politischer Ebene.

Kritik aus Afrika

International sorgt die deutsche Entscheidung bereits für Unmut. Vor allem auf dem afrikanischen Kontinent wird die Schließung der Büros kritisch gesehen. Laut der südafrikanischen Lobbygruppe African Energy Chamber drohe mit dem Aus für die UNIDO-Investitionsbüros eine „Schwächung der bewährten Verbindung zwischen Projekten und Kapital“, gerade wenn Afrika bestrebt sei, seine Investitionen in Energie und Industrie auszuweiten.

Quelle
  • (Mit Material der dts Nachrichtenagentur erstellt) Redaktionelle Bearbeitung: insideBW-Redaktion.

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