Deutsche Tomahawk-Alternative?

Berlin prüft Raketenkauf in der Türkei

Berlin prüft Raketenkauf in der Türkei

Ein Flugabwehrraketensystem des Typs Patriot ist im Archiv zu sehen. (Symbolbild)

Nach US-Plänen für Tomahawk-Abzug prüft Deutschland gemeinsam mit Nato-Partnern offenbar den Kauf türkischer Raketensysteme. Die Bundesregierung sondiert Lösungen, um die Sicherheit Europas nach den Ankündigungen von US-Präsident Trump zu gewährleisten. Im Gespräch sind offenbar die Yildirimhan und die Tayfun-Block-4.

Raketen aus Ankara?

Die Bundesregierung prüft im Lichte der angeündigten US-Pläne, keine weitreichenden Tomahawk-Marschflugkörper mehr in Deutschland zu stationieren, gemeinsam mit anderen Nato-Partnern neue Wege zur Sicherung des europäischen Kontinents. Dies berichtet die „Welt“ unter Berufung auf informierte EU- und Nato-Diplomaten.

Ein möglicher Plan sieht vor, dass Tomahawk-Raketen ab 2028 in Deutschland gefertigt werden könnten. Dies könnte in einem Joint Venture zwischen deutschen und amerikanischen Unternehmen geschehen. Ein Vorbild sei das bereits bestehende Gemeinschaftsunternehmen zwischen MBDA und RTX, das wichtige Flugkörper für das Patriot-System produzieren soll.

Türkische Systeme im Fokus

Parallel dazu erwägt die Bundesregierung offenbar den Erwerb türkischer Raketensysteme für den Schutz europäischer Nato-Staaten. Auf der Liste stünden die Yildirimhan mit einer Reichweite von bis zu 6.000 Kilometern und die Yildirimhan-Rakete, die sich noch in der Entwicklung befindet. Die Auslieferung könnte frühestens 2028 erfolgen, kurz darauf auch die Tayfun-Block-4.

Die Finanzierung dieser potenziellen Waffenkäufe aus der Türkei gestaltet sich knifflig. Wegen des zu erwartenden Widerstands von Zypern und Griechenland dürfte das EU-Rüstungsprogramm SAFE keine Option sein. Wahrscheinlicher sind ein bilaterales Abkommen zwischen Deutschland und der Türkei oder eine Koalition europäischer Staaten unter deutscher Führung, die die Anschaffung gemeinsam stemmt. Deutschland würde hier wohl die Hauptlast tragen.

Endgültige Entscheidungen stehen unterdessen noch aus. Eine Bekanntgabe im Umfeld des Nato-Gipfels in Ankara im Juli ist denkbar.

US-Truppenverlagerung nach Rumänien

Die Abzüge von US-Soldaten aus Deutschland, insbesondere aus Ramstein, sollen derweil vorangetrieben werden. Ein Großteil der Kräfte wird nach Mihail Kogalniceanu in Rumänien verlegt. Dort entsteht bis zu 10.000 Soldaten umfassende Nato-Basis, die größer als Ramstein sein soll. Auch außerhalb Europas ist eine Truppenverteilung geplant.

Quelle
  • (Mit Material der dts Nachrichtenagentur erstellt) Redaktionelle Bearbeitung: insideBW-Redaktion.

Methodik-Hinweis:
insideBW prüft Informationen nach redaktionellen Standards. Wie wir arbeiten? Mehr dazu: Quellen & Methodik .