Müller sieht moderate Preissteigerungen
Auf Verbraucher könnten bald höhere Gasrechnungen zukommen. Die Bundesnetzagentur schließt dies nicht aus. Behördenchef Klaus Müller wies im „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ (RND) darauf hin, dass die meisten privaten Haushalte zwar noch von längerfristigen Preisgarantien profitieren.
„Bei Anschlussverträgen kann es dann zu Preissteigerungen kommen“, so Müller. Die Dämpfung vieler Verträge sorge dafür, dass die Anstiege nicht die Dramatik früherer Zeiten erreichen.
Situation nicht mit 2022 vergleichbar
„Zum Glück ist die heutige Situation mit der vor fünf Jahren nicht vergleichbar“, betonte Müller. Dies sei vor allem auf eine veränderte Markt- und Versorgungslage zurückzuführen, die sich nach der akuten Krise stabilisiert hat.
Dennoch mahnte der Netzagentur-Chef zur Vorsicht und Sparsamkeit. „Gas ist ein wertvolles Gut. Insofern gilt wie seit Jahren: Mit Gas sorgsam umzugehen, ist nicht verkehrt.“ Vor dem Hintergrund möglicher Preisentwicklungen bleibe das Energiesparen eine wichtige Säule.
Strompreise im Sinken begriffen
Die Preisentwicklung bei Strom verläuft entgegengesetzt. Hier ist mit einer Tendenz zu günstigeren Tarifen zu rechnen. Grund dafür sei der „deutliche Anteil kostengünstiger erneuerbarer Energie“, der auch jahreszeitlich bedingt sei, erklärte Müller.
Das Phänomen der negativen Strompreise – das auftritt, wenn das Angebot die Nachfrage übersteigt – sieht Müller als Anlass für strukturelle Überlegungen. „Wir müssen darüber nachdenken, wie wir negative Preise dämpfen können“, sagte er. Mögliche Maßnahmen umfassen den Ausbau von Speichern oder die Umstellung von Einspeisevergütungen auf eine direkte Vermarktung an der Börse.




