Hassrede und Desinformation nehmen zu

Berlin: Deutlicher Anstieg von Hatespeech im deutschen Netz

Foto: Junge Frau mit Smartphone (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Im ersten Quartal 2025 sahen sich 34 Prozent der deutschen Internetnutzer mit Hassrede konfrontiert – ein signifikanter Anstieg. Besonders junge Menschen sind betroffen. Zugleich nimmt auch die Wahrnehmung von Desinformation zu, wie eine aktuelle Erhebung des Statistischen Bundesamtes zeigt.

Hassrede und Desinformation nehmen zu

Im ersten Quartal des Jahres 2025 haben rund 19,6 Millionen Internetnutzer in Deutschland, was gut einem Drittel (34 Prozent) entspricht, Beiträge, die als Hassrede (‚Hatespeech‘) eingestuft werden, auf Webseiten oder in sozialen Medien wahrgenommen. Dies geht aus aktuellen Daten des Statistischen Bundesamtes (Destatis) hervor, die am Donnerstag veröffentlicht wurden.

Hassrede umfasst feindselige oder erniedrigende Informationen und Kommentare gegenüber Gruppen oder Einzelpersonen. Die Wahrnehmung dieser Art von Beiträgen hat seit 2023, dem Jahr der ersten Erhebung, zugenommen. Damals gaben 28 Prozent der Befragten an, mit Hatespeech konfrontiert gewesen zu sein.

Jüngere stärker betroffen

Die Analyse der Altersgruppen zeigt, dass jüngere Internetnutzer häufiger Hassrede begegnen. Fast die Hälfte (43 Prozent) der 16- bis 44-Jährigen nahm im ersten Quartal 2025 entsprechende Beiträge wahr, gegenüber 36 Prozent im Jahr 2023. Bei den 45- bis 64-Jährigen lag der Anteil bei 27 Prozent (2023: 20 Prozent) und in der Altersgruppe der 65- bis 74-Jährigen bei 20 Prozent (2023: 14 Prozent).

Politische Ansichten häufigster Angriffspunkt

Die häufigsten Gründe für Hassrede bleiben politische oder gesellschaftliche Ansichten. 85 Prozent der Befragten, die Hatespeech wahrgenommen haben, gaben dies als Angriffspunkt an, ein Anstieg von sechs Prozentpunkten gegenüber 2023 (79 Prozent).

Angriffe aufgrund ethnischer Herkunft oder rassistische Äußerungen wurden von 62 Prozent beobachtet (2023: 58 Prozent). 53 Prozent nahmen Angriffe wegen sexueller Orientierung wahr (2023: 54 Prozent). Beiträge, die sich auf Religion oder Weltanschauung bezogen, wurden von 52 Prozent der Befragten als Hassrede eingeordnet, ein Anstieg um fünf Prozentpunkte gegenüber 2023 (47 Prozent). Angriffe aufgrund des Geschlechts (39 Prozent) oder einer Behinderung (25 Prozent) blieben prozentual nahezu unverändert. Mehrfachnennungen waren in dieser Erhebung möglich.

Zunehmende Wahrnehmung von Desinformation

Neben Hassrede hat auch die Wahrnehmung von Desinformation zugenommen. Im ersten Quartal 2025 gaben 54 Prozent der Internetnutzer (31,2 Millionen Personen zwischen 16 und 74 Jahren) an, auf Webseiten oder Social-Media-Plattformen sogenannte Fake News angetroffen zu haben – Informationen, die sie selbst als unwahr oder unglaubwürdig einschätzten. Dies stellt einen Anstieg von sechs Prozentpunkten gegenüber 2023 dar.

(Mit Material der dts Nachrichtenagentur erstellt)