Branche warnt vor Illusionen
Die deutschen Bausparkassen schlagen Alarm. Die Pläne von Bundesfinanzminister Lars Klingbeil für eine staatliche „Bundesgesellschaft für bezahlbaren Wohnungsbau“ werden als „realitätsfern“ bezeichnet.
Führende Branchenvertreter äußerten diese Kritik gegenüber dem „Handelsblatt“. Es bestehe die Gefahr, dass Bürger und Familien falsche Erwartungen entwickelten, so die Warnung.
Stefan Siebert, Vorstandschef der LBS Süd und Vorsitzender der LBS-Bausparkassenkonferenz, äußerte sich „sehr skeptisch“ zu der Idee einer bundesweiten Baugesellschaft. Er verwies darauf, dass es bereits zahlreiche kommunale Wohnungsunternehmen gebe.
„Was soll da eine bundesweite Einrichtung zusätzlich bringen?“, fragte Siebert. Er befürchtet, dass junge Familien glauben könnten, der Staat garantiere künftig bezahlbaren Wohnraum. Dies sei jedoch „illusorisch“, so Siebert.
Klingbeils Vorschlag, eine bundeseigene Gesellschaft als Entwickler und Kreditgeber für Wohnungsprojekte zu etablieren, stößt auch auf Bedenken hinsichtlich der finanziellen Tragfähigkeit.
Nach Einschätzung Sieberts müsste der Bund „enorme Mittel“ bereitstellen, um spürbare Effekte am Wohnungsmarkt zu erzielen. Die Pläne seien daher eher „ein politisches Luftschloss“. Gefragt seien stattdessen Maßnahmen, die private Investitionen und den Wohnungsbau erleichtern.


