Drohende Milliardenausgaben
Die Bundesregierung plant eine Neuregelung für den Stromnetzausbau. Kernpunkt ist der sogenannte Redispatch-Vorbehalt. Dieses Instrument soll verhindern, dass erneuerbare Energieanlagen in Gebieten mit überlasteten Stromnetzen zu häufig abgeregelt werden müssen. Klingt erstmal logisch, doch die Folgen für die Kosten könnten verheerend sein.
Bis zu 40 Milliarden Euro mehr
Eine interne Kalkulation des Umweltbundesamtes (UBA), die dem Fachinfodienst Tagesspiegel Background vorliegt, spricht eine deutliche Warnung aus. Betreiber neuer Wind- und Solarparks in diesen Regionen sollen für zehn Jahre auf eine staatliche Vergütung verzichten, wenn ihre Anlagen wegen Netzengpässen gedrosselt werden. Das hat laut UBA massive Erlösausfälle zur Folge. Neue Windprojekte verteuern sich dadurch ganz erheblich.
Rückschritt beim Ausbau droht
Die Behörde rechnet mit einem spürbar geringeren Interesse bei den Ausschreibungen für neue Windkraftanlagen. Der Wettbewerb könnte wieder auf das Niveau von 2024 zurückfallen, als die Preise pro Kilowattstunde deutlich höher lagen. Allein für die geplanten Wind-Ausschreibungen zwischen 2027 und 2030 könnten so laut UBA zusätzliche EEG-Kosten von bis zu 40 Milliarden Euro entstehen, die letztlich aus dem Haushalt finanziert werden müssen.
Das Gesetzespaket zum Stromnetz, das die Redispatch-Vorbehalte vorsieht, wird derzeit zwischen den Ministerien abgestimmt und soll voraussichtlich am 20. Mai im Kabinett beschlossen werden. Die Zahlen des UBA dürften hier für Zündstoff sorgen.

