Arbeitslosenquote sinkt auf 4,7 Prozent
Im September waren in Baden-Württemberg 306.127 Menschen arbeitslos. Das waren 2,0 Prozent weniger als im August, die Arbeitslosenquote ging von 4,8 auf 4,7 Prozent zurück. Bei den unter 25-Jährigen sank die Quote saisonbedingt von 4,7 auf 4,4 Prozent.
Der Rückgang fällt in einen Monat, in dem üblicherweise viele Arbeits- und Ausbildungsverhältnisse beginnen. In früheren Jahren war dieser September-Effekt nach Angaben der Regionaldirektion Baden-Württemberg jedoch stärker. Saisonbereinigt lag die Arbeitslosigkeit 1,0 Prozent über dem Vorjahreswert, bei jungen Menschen betrug das Plus 2,5 Prozent.
Zum Vergleich: Im Februar 2026 lag die Arbeitslosenquote im Land bei 4,8 Prozent. Damals waren 306.785 Menschen ohne Arbeit registriert.
Mehr Menschen finden Arbeit – doch auch die Zugänge steigen
Mehr als 25.000 Menschen beendeten ihre Arbeitslosigkeit im September durch die Aufnahme einer Beschäftigung. Das waren 19,1 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Von Januar bis September gelang dies 184.849 Menschen und damit 6 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.
Gleichzeitig meldeten sich in den ersten neun Monaten 241.234 Menschen direkt aus einer Beschäftigung arbeitslos. Diese Zugänge lagen 4 Prozent über dem Vorjahreszeitraum, allein im September betrug das Plus 6,4 Prozent. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung war im Juli – dem aktuell verfügbaren Vergleichsmonat – 0,4 Prozent niedriger als ein Jahr zuvor.
Kurzarbeit halbiert sich gegenüber dem Vorjahr
Für Juni weist die Bundesagentur vorläufig hochgerechnet 31.835 Kurzarbeitende aus. Im Mai waren es 32.050, im Juni 2025 noch 57.192. Die Kurzarbeiterquote lag bei 0,6 Prozent.
Damit bleibt Kurzarbeit trotz des deutlichen Rückgangs über dem Niveau wirtschaftlich normaler Zeiten. Die Regionaldirektion nennt dafür eine Größenordnung von 5.000 bis 10.000 Menschen und eine Quote zwischen 0,1 und 0,2 Prozent.
Konjunktureller Druck bleibt spürbar
Die gegenläufigen Signale erklären, warum die Behörde trotz sinkender Monatszahl keine Entwarnung gibt: Mehr Beschäftigungsaufnahmen stehen einem anhaltenden Abbau sozialversicherungspflichtiger Stellen und hohen Zugängen aus Beschäftigung gegenüber.
Auch bei den Verbraucherpreisen bleibt der Druck hoch. Die Inflationsrate in Baden-Württemberg stieg im September auf 2,9 Prozent; Energie verteuerte sich im Jahresvergleich um 14,4 Prozent.




