Energie treibt die Teuerung im September
Die Verbraucherpreise in Baden-Württemberg liegen im September 2026 nach vorläufigen Berechnungen 2,9 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Gegenüber August stieg der Index um 0,6 Prozent auf 126,0 Punkte. Im August hatte die landesweite Inflationsrate noch 2,6 Prozent betragen.
Der stärkste Preisdruck kommt von der Energie. Haushaltsenergie und Kraftstoffe verteuerten sich binnen eines Jahres zusammen um 14,4 Prozent. Heizöl kostete 71,8 Prozent mehr als im September 2025, Kraftstoffe lagen 36,7 Prozent darüber. Im Vergleich zum August stiegen die Heizölpreise um 21,5 Prozent und die Kraftstoffpreise um 7,5 Prozent.
Bei Strom und Gas zeigt sich die Gegenbewegung: Strom war 6,2 Prozent günstiger als ein Jahr zuvor, Gas 3,7 Prozent. Die amtlichen Werte bilden Durchschnittsentwicklungen ab; die tatsächliche Belastung eines Haushalts hängt deshalb stark von Energieart und Verbrauch ab.
Lebensmittel bleiben im Jahresvergleich nahezu stabil
Die Preise für Nahrungsmittel ohne Getränke erhöhten sich gegenüber September 2025 lediglich um 0,1 Prozent. Hinter diesem Durchschnitt liegen deutliche Unterschiede: Gemüse verteuerte sich um 8,4 Prozent, Fisch und Meeresfrüchte um 7,0 Prozent. Speisefette und Speiseöle waren dagegen 15,4 Prozent günstiger, Molkereiprodukte und Eier 4,6 Prozent.
Auch einzelne Ausgabenbereiche entwickelten sich stärker als der Gesamtindex. Für Verkehr ermittelte das Landesamt ein Plus von 10,5 Prozent, für das Bildungswesen 8,1 Prozent und für Gesundheitsausgaben 4,6 Prozent. Wie sich Preissteigerungen zuletzt konkret bei Schulmaterial bemerkbar machten, zeigt unser Beitrag zu den Preisen für Hefte und Malblöcke in Baden-Württemberg.
Kerninflation liegt bei 2,2 Prozent
Ohne Nahrungsmittel und Energie betrug die Teuerungsrate 2,2 Prozent. Diese sogenannte Kerninflation liegt damit deutlich unter der allgemeinen Rate von 2,9 Prozent. Dienstleistungen verteuerten sich im Jahresvergleich um 2,6 Prozent, Waren um 3,3 Prozent.
Zum Vergleich: Für Deutschland hatte das Statistische Bundesamt im August 2026 eine Inflationsrate von 2,9 Prozent ausgewiesen. Der bundesweite Wert für September lag zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der baden-württembergischen Daten noch nicht vor; ein direkter Vergleich für denselben Berichtsmonat ist deshalb noch nicht möglich.
Endgültige Zahlen folgen am 6. Oktober
Der Verbraucherpreisindex misst die durchschnittliche Preisentwicklung eines festgelegten Warenkorbs für private Haushalte. Ausgangsbasis ist das Jahr 2020 mit einem Indexwert von 100. Das Statistische Landesamt kennzeichnet die September-Daten ausdrücklich als vorläufig und will die endgültigen Ergebnisse am 6. Oktober 2026 veröffentlichen.




