Mehr Hass im Klassenzimmer
Die Zahlen sind alarmierend: An deutschen Schulen registrieren die Behörden einen massiven Anstieg rechter, antisemitischer und rassistischer Vorfälle. Laut einer Umfrage des Nachrichtenmagazins DER SPIEGEL haben sich die gemeldeten Fälle in vielen Bundesländern in nur wenigen Jahren vervielfacht.
Beispiele gefällig? In Hessen stieg die Anzahl gemeldeter Vorfälle von 39 im Jahr 2023 auf 159 im Jahr 2025. In Sachsen kletterte die Zahl im selben Zeitraum von 149 auf 247. Niedersachsen meldete für 2022 noch 133 Fälle, 2024 waren es bereits 322.
Neun Ministerien konnten konkrete Zahlen liefern. Dort summieren sich die antisemitischen und rechtsextremen Vorfälle im Jahr 2024 auf rund 1.500. Das reicht von der Verwendung verbotener Symbole bis hin zu islamfeindlichen Schmierereien. Die Ministerien weisen jedoch auch darauf hin, dass der Anstieg auch auf eine gesteigerte Sensibilität der Lehrkräfte zurückzuführen sein könnte. Eine umfassende Auswertung und einheitliche Erfassung scheinen vielerorts noch zu fehlen.
So gab es in den vergangenen Jahren einen starken Anstieg der schulischen Meldungen an Schulaufsicht und Ministerium. Von einst 55 Vorfällen im Jahr 2014 auf nunmehr 1.644 im Jahr 2024. Sachsens CDU-Kultusminister Conrad Clemens brachte es auf den Punkt: „Der Rechtsextremismus ist das größte gesellschaftliche Problem an Sachsens Schulen.“