Stand: 4. August 2026, 18.23 Uhr
Das Wichtigste zur aktuellen Unwetterlage
- Gewitter: vielerorts von Südwest nach Nordost
- Starkregen: örtlich 20 bis 40 Liter pro Quadratmeter in kurzer Zeit
- Extremregen: vereinzelt bis zu 60 Liter pro Quadratmeter
- Hagel: meist um zwei, vereinzelt um drei Zentimeter
- Wind: Sturmböen um 80 km/h, lokal orkanartige Böen bis 110 km/h
- Hitze: weiterhin starke, regional extreme Wärmebelastung
- Entspannung: nach Mitternacht deutlich geringeres Gewitterpotenzial
- Mittwoch: im Süden und Südosten erneut starke Gewitter möglich
Die konkreten Warngebiete können sich kurzfristig verschieben. Maßgeblich ist deshalb die aktuelle Warnkarte des Deutschen Wetterdienstes.
Wo gilt aktuell eine Unwetterwarnung?
Der Deutsche Wetterdienst meldet am Dienstagabend örtlich schwere Gewitter mit heftigem Starkregen und Hagel in Baden-Württemberg. Welche Landkreise oder Gemeinden konkret betroffen sind, verändert sich mit der Zugbahn der einzelnen Gewitterzellen.
Eine Warnlage für das gesamte Bundesland bedeutet nicht, dass jeder Ort gleichermaßen getroffen wird. Gewitter können sehr kleinräumig auftreten. Während es in einer Gemeinde zu Überflutungen, Hagel und schweren Böen kommt, kann es wenige Kilometer weiter nahezu trocken bleiben.
Bewohner sollten daher nicht nur auf allgemeine Wetterberichte achten, sondern die amtlichen Warnungen für den eigenen Wohnort regelmäßig prüfen.
Gewitter ziehen von Südwest nach Nordost
Nach dem DWD-Warnlagebericht breiten sich die Gewitter seit dem Nachmittag von Südwesten in Richtung Nordosten aus.
Die Atmosphäre ist durch feuchte Luft mediterranen Ursprungs zunehmend instabil. Gleichzeitig lässt der Hochdruckeinfluss nach. Dadurch können sich kräftige Gewitterzellen entwickeln, die rasch über das Land ziehen oder lokal große Regenmengen abladen.
Besonders gefährlich ist, dass mehrere Wettergefahren gleichzeitig auftreten können: Starkregen, Hagel, Blitzschlag und schwere Windböen.

Vereinzelt bis zu 60 Liter Regen in kurzer Zeit
Bei vielen Gewittern sind örtlich zwischen 20 und 40 Liter Regen pro Quadratmeter in kurzer Zeit möglich.
Vereinzelt können die Niederschlagsmengen sogar bis zu 60 Liter pro Quadratmeter erreichen. Der DWD ordnet solche Mengen als extrem heftigen Starkregen ein.
Das Wasser kann in kurzer Zeit nicht mehr über Kanalisation, Böden und kleinere Gewässer abfließen. Mögliche Folgen sind:
- überflutete Straßen und Unterführungen
- vollgelaufene Keller und Tiefgaragen
- rasch anschwellende Bäche
- Aquaplaning auf Straßen
- Schlamm und Geröll auf abschüssigen Strecken
- Behinderungen im Bus- und Bahnverkehr
Überflutete Straßen sollten weder mit dem Auto noch zu Fuß durchquert werden. Die tatsächliche Wassertiefe und mögliche Schäden am Untergrund sind häufig nicht erkennbar.
Hagel bis drei Zentimeter möglich
Neben dem Starkregen können die Gewitter von Hagel begleitet werden. Häufig sind Körner mit einem Durchmesser um zwei Zentimeter möglich.
In besonders starken Gewitterzellen kann der Hagel einen Durchmesser von rund drei Zentimetern erreichen. Dadurch können Fahrzeuge, Fenster, Dächer, Pflanzen und Solaranlagen beschädigt werden.
Autos sollten nach Möglichkeit rechtzeitig in einer Garage oder unter einer stabilen Überdachung abgestellt werden. Carports und Bäume bieten bei schweren Böen allerdings keinen vollständigen Schutz.
Orkanartige Böen bis 110 km/h
Bei kräftigen Gewittern erwartet der DWD Sturmböen um 80 Kilometer pro Stunde. Vereinzelt sind orkanartige Böen bis etwa 110 Kilometer pro Stunde möglich.
Solche Windgeschwindigkeiten können:
- größere Äste abbrechen
- Bäume umstürzen
- Dachziegel lösen
- Baugerüste beschädigen
- Zelte und Pavillons fortreißen
- Gartenmöbel und andere Gegenstände durch die Luft schleudern
Lose Gegenstände auf Balkonen, Terrassen und in Gärten sollten deshalb gesichert oder ins Haus gebracht werden.
Die gefährlichste Phase dauert bis Mitternacht
Das Gewitterpotenzial bleibt nach Angaben des Wetterdienstes bis in den späten Dienstagabend erhöht.
Erst ab Mitternacht soll die Gewitteraktivität generell deutlich nachlassen. Das bedeutet jedoch nicht, dass überall gleichzeitig Ruhe einkehrt. Einzelne Zellen können je nach Region länger aktiv bleiben.
Vor Fahrten, Veranstaltungen oder Aufenthalten im Freien sollte die Warnlage deshalb erneut geprüft werden. Die DWD-Warnungen werden laufend an die tatsächliche Entwicklung angepasst.
Am Mittwoch erneut Gewitter im Süden und Südosten
Am Mittwoch strömt weniger heiße Luft nach Baden-Württemberg. Vollständig beendet ist die Unwetterlage damit jedoch noch nicht.
Vor allem in der südlichen und südöstlichen Hälfte des Landes können tagsüber erneut Gewitter auftreten. Nach dem Warnlagebericht sind dabei ähnliche Begleiterscheinungen wie am Dienstag möglich.
Damit bleiben insbesondere Teile Südbadens, Oberschwabens, der Schwäbischen Alb und des Bodenseeraums grundsätzlich im Blick. Eine konkrete regionale Warnung lässt sich daraus jedoch erst ableiten, wenn der DWD entsprechende Warngebiete ausweist.
Warum entstehen die schweren Gewitter?
Unter nachlassendem Hochdruckeinfluss gelangt feuchte Luft aus dem Mittelmeerraum nach Süddeutschland.
Warme, feuchte Luft kann viel Wasserdampf aufnehmen. Wird sie zum Aufsteigen gebracht, kühlt sie ab und bildet mächtige Gewitterwolken. Je instabiler die Atmosphäre ist, desto schneller und stärker können sich diese Wolken entwickeln.
Kräftige Auf- und Abwinde innerhalb der Gewitterzellen begünstigen Hagel und schwere Böen. Die hohe Feuchtigkeit sorgt gleichzeitig dafür, dass in kurzer Zeit außergewöhnlich große Regenmengen fallen können.
Weiterhin starke bis extreme Wärmebelastung
Zusätzlich zu den Gewittern besteht weiterhin eine starke, regional extreme Wärmebelastung.
Besonders betroffen sind ältere Menschen, kleine Kinder, Schwangere sowie Personen mit Herz-Kreislauf- oder Atemwegserkrankungen. Auch körperliche Arbeit und Sport können bei schwüler Hitze schnell belastend werden.
Empfohlen werden regelmäßiges Trinken, Schatten und möglichst geringe körperliche Anstrengung während der heißesten Stunden. Räume sollten am frühen Morgen und in der Nacht gelüftet und tagsüber verschattet werden.
Die Hitze kann zudem die Gewitterentwicklung verstärken, weil die aufgeheizte und feuchte Luft viel Energie enthält.
So sollten sich Menschen bei Gewitter verhalten
Sobald Donner zu hören ist, befindet sich das Gewitter bereits in gefährlicher Nähe. Der sicherste Aufenthaltsort ist ein festes Gebäude.
Auch ein geschlossenes Auto bietet in der Regel Schutz. Fenster und Türen sollten geschlossen bleiben.
Zu meiden sind:
- freie Felder und Bergkuppen
- einzelne Bäume und Waldränder
- Seen, Flüsse und Schwimmbäder
- Metallzäune, Masten und Gerüste
- Zelte, Pavillons und leichte Unterstände
Menschen auf dem Wasser sollten das Ufer frühzeitig ansteuern. Bei sichtbaren Blitzen oder hörbarem Donner ist es zu spät, noch eine längere Tour zu beginnen.
Autofahrer müssen mit Aquaplaning und Hindernissen rechnen
Starkregen kann die Sicht innerhalb weniger Sekunden massiv verschlechtern. Gleichzeitig steigt die Gefahr von Aquaplaning.
Autofahrer sollten:
- die Geschwindigkeit deutlich reduzieren
- einen größeren Abstand einhalten
- abruptes Bremsen und Lenken vermeiden
- das Abblendlicht einschalten
- mit Ästen und Wasser auf der Fahrbahn rechnen
Auf Autobahnen darf nicht unter Brücken oder ohne Not auf dem Standstreifen angehalten werden. Bei praktisch fehlender Sicht sollte ein regulärer Parkplatz oder Rastplatz angesteuert werden.
Aktuelle Verkehrsmeldungen und Wetterwarnungen bündelt insideBW im Bereich Verkehr und Wetter in Baden-Württemberg.
Keller bei eindringendem Wasser nicht betreten
Bei extremem Starkregen können Keller und Tiefgaragen sehr schnell volllaufen.
Besteht die Möglichkeit, dass elektrische Anlagen oder Geräte unter Spannung stehen, dürfen überflutete Räume nicht betreten werden. Auch der Wasserdruck kann Türen blockieren und Menschen in Kellern einschließen.
Wer in einer gefährdeten Lage wohnt, sollte Abflüsse und Rückstauklappen kontrollieren und empfindliche Gegenstände nicht auf dem Kellerboden lagern.
Bei akuter Gefahr gilt der Notruf 112.
Außenveranstaltungen können kurzfristig betroffen sein
Veranstalter, Vereine und Besucher von Freiluftveranstaltungen sollten die Wetterentwicklung besonders aufmerksam verfolgen.
Orkanartige Böen können Bühnenaufbauten, Zelte und mobile Einrichtungen gefährden. Hagel und Starkregen machen offene Flächen innerhalb kurzer Zeit unsicher.
Eine amtliche Warnung kann deshalb dazu führen, dass Veranstaltungen kurzfristig unterbrochen, verschoben oder abgesagt werden. Entscheidend sind die Hinweise des jeweiligen Veranstalters und der örtlichen Behörden.
Warnlagebericht und amtliche Warnung unterscheiden
Der Warnlagebericht beschreibt, welche Wettergefahren in Baden-Württemberg grundsätzlich zu erwarten sind.
Eine konkrete amtliche Warnung gilt dagegen für ein bestimmtes Gebiet und einen begrenzten Zeitraum. Sie kann beispielsweise für einen Landkreis oder einzelne Gemeinden ausgegeben werden.
Deshalb sollte nicht pauschal behauptet werden, ganz Baden-Württemberg stehe gleichzeitig unter derselben Unwetterwarnstufe. Aktuell bestehen jedoch in Teilen des Landes Warnungen vor schweren Gewittern.
Entwicklung kurzfristig beobachten
Bei Gewitterlagen können sich Stärke und Zugrichtung innerhalb kurzer Zeit verändern. Warnungen werden daher ausgeweitet, heraufgestuft oder aufgehoben, sobald neue Messdaten vorliegen.
Der Wetterdienst aktualisiert seine Berichte und Warnkarten regelmäßig. Für die eigene Region sind Warn-Apps, lokale Behördenmeldungen und die DWD-Warnkarte die zuverlässigsten Informationsquellen.





