Gassen: "Wird Aktionen geben"

Ärzte-Protest droht wegen Sparplänen

Ärzte-Protest droht wegen Sparplänen

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Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) warnt vor heftigen Reaktionen auf geplante Sparmaßnahmen im Gesundheitswesen. KBV-Chef Andreas Gassen rechnet mit Protesten der Ärzteschaft. Hintergrund sind Vorschläge einer Finanzkommission, die das Sparpotenzial bei rund 42 Milliarden Euro sieht. Allein für die ärztliche Versorgung stehen Kürzungen von fünf Milliarden Euro im Raum.

Ärzteschaft gegen Honorarkürzungen

Der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen, äußert sich deutlich zu den jüngsten Vorschlägen aus dem Bundesgesundheitsministerium. Er rechnet fest mit Protesten von Ärzten gegen die drohenden Sparmaßnahmen im ambulanten Bereich. „Bei den Ärzten wird von der ohnehin zu geringen Vergütung jetzt noch was abgeknapst“, sagte Gassen dem Nachrichtenmagazin Politico. Er geht davon aus, dass sich hieraus „logischerweise… Aktionen entwickeln werden“, die allerdings von den „Berufsverbänden“ organisiert würden.

Vorschläge für 42 Milliarden Euro

Hintergrund der Pläne ist ein Bericht der Finanzkommission von Gesundheitsministerin Nina Warken (SPD), der 66 Vorschläge zur Entlastung der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) enthält. Das angestrebte Sparpotenzial liegt bei über 42 Milliarden Euro, obwohl Experten meinen, dass rund 15 Milliarden zur Stabilisierung der Beiträge ausreichen würden. Von diesen vorgesehene Kürzungen betroffen sind laut dem Bericht Vorschläge in Höhe von rund fünf Milliarden Euro für die ärztliche Versorgung.

Gassen: „Grundlegend andere Situation“

Gassen betont, dass die aktuelle Situation für Ärzte sich fundamental von früheren Forderungen unterscheide. Es gehe nicht um die Forderung nach höheren Vergütungen, sondern um die Reduzierung bestehender Honorare. „Hier geht es darum, dass Honorar abgeknappst wird und zwar in erheblichem Umfang“, so der KBV-Vorsitzende. Er verweist auf die jüngste Absenkung der Vergütungen für Psychotherapeuten um 4,5 Prozent und fragt: „Das stelle man sich mal bei einer anderen Berufsgruppe in Deutschland vor.“

Folgen für Patienten: Längere Wartezeiten

Die von Gassen befürchteten Kürzungen könnten laut dem KBV-Chef zu einem verringerten Leistungsangebot führen. „Man kann nicht erwarten, dass Ärzte für weniger Geld mehr arbeiten würden. Das klingt nicht nur idiotisch, das ist es auch.“ Das habe direkte Konsequenzen für die Patienten: „Auf jeden Fall“ würden sich die Wartezeiten verlängern. Bereits jetzt liegt die durchschnittliche Wartezeit für einen Facharzttermin für gesetzlich Versicherte bei 42 Tagen – neun Tage länger als noch 2019. Gesundheitsministerin Warken plant mit ihrer Primärversorgungsreform, diese Wartezeiten zu verkürzen. Ein entsprechender Gesetzentwurf wird in Kürze erwartet.

Quelle
  • (Mit Material der dts Nachrichtenagentur erstellt) Redaktionelle Bearbeitung: insideBW-Redaktion.

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