Stand: 3. August 2026, 15.48 Uhr
Das Wichtigste zur aktuellen Unwetterwarnung
- Heute: lokal starke bis schwere Gewitter
- Starkregen: bis zu 40 Liter pro Quadratmeter in einer Stunde
- Wind: orkanartige Böen bis 110 Kilometer pro Stunde
- Hagel: heute örtlich um zwei Zentimeter
- Dienstag: häufiger schwere Gewitter im ganzen Land
- Extremregen: vereinzelt bis 60 Liter pro Quadratmeter in kurzer Zeit
- Hagel am Dienstag: Körner um drei Zentimeter möglich
- Zusätzliche Belastung: starke bis gebietsweise extreme Hitze
Die amtliche Warnlage kann sich kurzfristig verändern. Entscheidend sind deshalb die jeweils aktuellen Warnungen des Deutschen Wetterdienstes für den eigenen Landkreis oder Wohnort.
Wo gilt die aktuelle Unwetterwarnung?
Die Wetterlage betrifft Baden-Württemberg nicht überall gleichzeitig und gleich stark. Gewitter entstehen häufig kleinräumig und können einzelne Orte mit voller Intensität treffen, während es wenige Kilometer entfernt weitgehend trocken bleibt.
Am Montagnachmittag entwickeln sich die ersten kräftigen Gewitter voraussichtlich vor allem über dem Bergland. Von dort ziehen sie nach Nordosten weiter.
Welche Städte und Landkreise konkret betroffen sind, kann sich kurzfristig ändern. Eine landesweite Warnlage bedeutet daher nicht automatisch, dass in jeder Gemeinde ein Unwetter auftritt. Die aktuellen Warngebiete zeigt die amtliche DWD-Warnkarte für Baden-Württemberg.

Heute drohen bis zu 40 Liter Starkregen
Bis zum Montagabend rechnet der Wetterdienst mit lokalen starken Gewittern. Dabei können innerhalb einer Stunde bis zu 25 Liter Regen pro Quadratmeter fallen.
Bei besonders kräftigen Entwicklungen sind örtlich auch schwere Gewitter möglich. Dann können die Niederschlagsmengen auf bis zu 40 Liter pro Quadratmeter innerhalb einer Stunde steigen.
Solche Regenmengen können Straßen und Unterführungen überfluten. Auch Keller, Tiefgaragen und tiefer gelegene Grundstücke können innerhalb kurzer Zeit volllaufen. Besonders gefährdet sind Bereiche, in denen das Wasser wegen versiegelter Flächen oder abschüssiger Straßen nicht schnell genug abfließen kann.
Orkanartige Böen bis 110 km/h möglich
Neben dem Starkregen stellt der Wind eine erhebliche Gefahr dar. Bei gewöhnlichen starken Gewittern sind Sturmböen um 80 Kilometer pro Stunde möglich.
In schweren Gewitterzellen können orkanartige Böen Geschwindigkeiten von bis zu 110 Kilometern pro Stunde erreichen. Dadurch können Äste abbrechen, Bäume umstürzen und ungesicherte Gegenstände durch die Luft geschleudert werden.
Auch Baugerüste, Zelte, Sonnenschirme, Gartenmöbel und Trampoline können beschädigt oder fortgerissen werden. Autos sollten nach Möglichkeit nicht unter großen Bäumen abgestellt werden.
Hagel mit bis zu zwei Zentimetern Durchmesser
Die Gewitter können außerdem von Hagel begleitet werden. Bei den stärksten Zellen sind am Montag Hagelkörner mit einem Durchmesser um zwei Zentimeter möglich.
Hagel dieser Größe kann Fahrzeuge, Dächer, Pflanzen und Gewächshäuser beschädigen. Wer sein Auto schützen möchte, sollte es rechtzeitig in einer Garage oder unter einer stabilen Überdachung abstellen.
Personen im Freien sollten bei aufziehenden Gewittern ein festes Gebäude aufsuchen. Unter Bäumen besteht kein sicherer Schutz, da dort zusätzlich die Gefahr durch abbrechende Äste und Blitzschlag besteht.
Am Dienstag verschärft sich die Unwetterlage
Nach einer vorübergehenden Beruhigung in der Nacht und am Dienstagvormittag steigt die Gewittergefahr am Dienstagnachmittag erneut deutlich an.
Im Vergleich zum Montag werden die Gewitter voraussichtlich häufiger auftreten. Der Deutsche Wetterdienst erwartet bis ungefähr Mitternacht ein landesweit erhöhtes Unwetterrisiko. Die Vorhersage für Baden-Württemberg nennt örtlich heftigen und vereinzelt extrem heftigen Starkregen.
Lokal können dann rund 40 Liter Regen pro Quadratmeter fallen. Vereinzelt sind sogar bis zu 60 Liter in kurzer Zeit möglich. Begleitend drohen Hagel mit Korngrößen um drei Zentimeter und erneut orkanartige Böen um 110 Kilometer pro Stunde.
Dienstag wird voraussichtlich gefährlicher als Montag
Die Unwettergefahr ist am Dienstag nicht nur höher, sondern auch räumlich verbreiteter. Während die Gewitter am Montag zunächst eher lokal auftreten, können am folgenden Nachmittag und Abend größere Teile des Landes betroffen sein.
Besonders problematisch ist die Kombination aus schwüler Hitze und labiler Luft. Sie liefert viel Energie für kräftige Gewitterzellen. Wo diese genau entstehen und welche Zugbahn sie nehmen, lässt sich häufig erst wenige Stunden vorher genauer bestimmen.
Deshalb können Warnungen kurzfristig ausgegeben, erweitert oder aufgehoben werden. Nutzer sollten Warn-Apps und amtliche Wetterinformationen im Tagesverlauf regelmäßig prüfen.
Warum entstehen jetzt so schwere Gewitter?
Ein Tiefdruckgebiet zieht von der Küste Irlands in Richtung Schottland. Auf seiner Vorderseite gelangt mit einer südwestlichen Strömung zunehmend warme und feuchte Meeresluft nach Süddeutschland.
Diese Luft ist schwül und teilweise instabil geschichtet. Wird sie zum Aufsteigen gezwungen, können sich schnell mächtige Gewitterwolken bilden.
Die vorhandene Feuchtigkeit begünstigt hohe Regenmengen. Gleichzeitig können starke Luftbewegungen innerhalb der Gewitterwolken Hagel und schwere Böen erzeugen.
Baden-Württemberg hatte sich zuvor bereits auf eine Phase mit Temperaturen bis nahe 38 Grad und zunehmender Schwüle eingestellt. Mehr dazu lesen Sie im insideBW-Hintergrund Erst bis zu 38 Grad, dann drohen heftige Unwetter.
Zusätzlich gilt eine starke Wärmebelastung
Neben der Gewittergefahr warnt der Wetterdienst vor einer starken, gebietsweise sogar extremen Wärmebelastung.
Die hohe Luftfeuchtigkeit erschwert es dem Körper, Wärme durch Schwitzen abzugeben. Dadurch kann sich die gefühlte Temperatur deutlich höher anfühlen als der gemessene Wert.
Besonders belastend ist die Wetterlage für ältere Menschen, Kleinkinder, Schwangere und Menschen mit Herz-Kreislauf- oder Atemwegserkrankungen. Körperliche Anstrengungen sollten möglichst in die kühleren Morgenstunden verlegt werden.
Ausreichendes Trinken ist wichtig. Alkohol und sehr zuckerhaltige Getränke sind bei großer Hitze weniger geeignet. Wohnungen sollten morgens und nachts gelüftet und tagsüber möglichst verschattet werden.
Diese Gefahren drohen bei Starkregen
Heftiger Starkregen kann innerhalb weniger Minuten erhebliche Probleme verursachen. Dabei ist nicht nur die Gesamtmenge entscheidend, sondern vor allem, wie schnell sie fällt.
Mögliche Folgen sind:
- überflutete Straßen und Unterführungen
- vollgelaufene Keller und Tiefgaragen
- stark anschwellende Bäche
- Aquaplaning auf Autobahnen und Landstraßen
- Erdrutsche und Geröll auf abschüssigen Straßen
- Ausfälle im Bahn- und Busverkehr
- umgestürzte Bäume und blockierte Fahrbahnen
Überflutete Straßen sollten weder zu Fuß noch mit dem Auto durchquert werden. Die Wassertiefe ist oft schwer einzuschätzen. Bereits vergleichsweise niedrige Wasserstände können Fahrzeuge manövrierunfähig machen oder wegdrücken.
Autofahrer sollten besonders vorsichtig sein
Wer während eines Gewitters unterwegs ist, sollte die Geschwindigkeit deutlich reduzieren und den Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug vergrößern.
Bei starkem Regen verschlechtert sich die Sicht innerhalb weniger Sekunden. Gleichzeitig steigt die Gefahr von Aquaplaning. Abrupte Lenk- und Bremsmanöver sollten vermieden werden.
Ist die Sicht praktisch nicht mehr vorhanden, sollte ein sicherer Parkplatz angesteuert werden. Auf Autobahnen darf nicht unter Brücken oder auf dem Standstreifen angehalten werden, sofern kein tatsächlicher Notfall besteht.
Informationen zu aktuellen Störungen, Warnungen und der Verkehrslage bündelt insideBW im Bereich Verkehr und Wetter in Baden-Württemberg.
Was Menschen im Freien jetzt beachten sollten
Bei Donner ist das Gewitter bereits nah genug, um gefährlich zu sein. Menschen sollten dann offene Flächen, Seen, Schwimmbäder und Berggipfel verlassen.
Ein festes Gebäude bietet den besten Schutz. Auch ein geschlossenes Auto schützt in der Regel vor Blitzschlag. Fenster und Türen sollten geschlossen bleiben.
Zu vermeiden sind:
- einzelne Bäume und Waldränder
- Metallzäune, Masten und Gerüste
- Gewässer und Schwimmbecken
- Bergkuppen und freie Felder
- Zelte, Pavillons und leichte Unterstände
Veranstalter sollten die Wetterentwicklung eng verfolgen und Außenveranstaltungen bei einer konkreten Gefährdung unterbrechen.
Garten, Balkon und Haus sichern
Vor dem Eintreffen der Gewitter sollten lose Gegenstände auf Balkonen und Terrassen gesichert oder ins Gebäude gebracht werden.
Dazu gehören Blumentöpfe, Sonnenschirme, Gartenmöbel, Dekorationen und Spielgeräte. Markisen sollten eingefahren und Fenster geschlossen werden.
Wer in einem überflutungsgefährdeten Bereich wohnt, sollte Abflüsse und Rückstauklappen kontrollieren. Wertvolle Gegenstände und elektrische Geräte gehören nicht auf den Kellerboden.
Bei eindringendem Wasser dürfen überflutete Kellerräume nicht betreten werden, wenn dort elektrische Anlagen unter Spannung stehen könnten.
Keine Panik bei einer Warnung
Eine Unwetterwarnung bedeutet nicht, dass an jedem Ort schwere Schäden eintreten. Sie weist darauf hin, dass gefährliche Wettererscheinungen in einem bestimmten Gebiet wahrscheinlich oder bereits beobachtet werden.
Gerade bei Gewittern sind die Unterschiede kleinräumig. Deshalb ist es sinnvoll, aufmerksam zu bleiben, ohne die Lage unnötig zu dramatisieren.
Wichtig sind die konkrete Warnstufe, der Gültigkeitszeitraum und das betroffene Gebiet. Diese Angaben sollten direkt über die offiziellen Warnkanäle geprüft werden.
Warnlagebericht und konkrete Unwetterwarnung sind nicht dasselbe
Der Warnlagebericht beschreibt die erwartete Wetterentwicklung für Baden-Württemberg insgesamt. Er erklärt, welche Gefahren in den kommenden Stunden auftreten können.
Eine konkrete amtliche Warnung bezieht sich dagegen auf bestimmte Landkreise, Städte oder Gemeinden. Sie enthält einen festgelegten Zeitraum und eine Warnstufe.
Da sich Gewitter schnell entwickeln, können die konkreten Warngebiete mehrfach am Tag geändert werden. Der DWD aktualisiert seine Warninformationen fortlaufend.
Wann entspannt sich die Wetterlage?
Eine schnelle und flächendeckende Entspannung ist zunächst nicht zu erwarten. In der Nacht zum Dienstag und am Dienstagvormittag können weiterhin einzelne Gewitter auftreten, am ehesten in den westlichen Landesteilen in Richtung Frankreich und Rheinland-Pfalz.
Die deutlich gefährlichere Phase folgt voraussichtlich am Dienstagnachmittag und -abend. Erst nach Mitternacht dürfte die Gewitteraktivität allmählich nachlassen.
Da sich die Prognose noch verändern kann, sollten aktuelle Warnungen vor Fahrtantritt, Freizeitaktivitäten oder Veranstaltungen erneut geprüft werden.
Aktuelle Warnungen regelmäßig prüfen
Der Warnlagebericht wird zu festen Zeiten aktualisiert. Bei einer akuten Wetterentwicklung können Warnungen jedoch auch dazwischen angepasst werden.
Für eine zuverlässige Einschätzung sollten Nutzer auf amtliche Informationen zurückgreifen. Dazu gehören die Warnkarte und die WarnWetter-Angebote des Deutschen Wetterdienstes.
insideBW begleitet die weitere Entwicklung ebenfalls im Themenbereich Wetter in Baden-Württemberg.
Die aktuelle Unwetterlage im Überblick
- Gültigkeit: Montag, 3. August 2026
- Lage: aktuell starke Gewitter und lokale Unwetter möglich
- Zugrichtung: zunächst vom Bergland nach Nordosten
- Starkregen heute: bis 25 Liter, lokal bis 40 Liter pro Quadratmeter
- Wind heute: Sturmböen um 80 km/h, lokal bis 110 km/h
- Hagel heute: örtlich um zwei Zentimeter
- Dienstag: landesweit erhöhtes Unwetterrisiko
- Starkregen Dienstag: lokal 40, vereinzelt bis 60 Liter pro Quadratmeter
- Hagel Dienstag: Körner um drei Zentimeter möglich
- Wind Dienstag: erneut orkanartige Böen um 110 km/h
- Hitze: starke, regional extreme Wärmebelastung





