Kritik an Klimaschutzprogramm

Expertenrat schlägt Alarm: Emissionsbudget bis 2030 wohl doch überschritten

Expertenrat schlägt Alarm: Emissionsbudget bis 2030 wohl doch überschritten

Veröffentlichung Prüfbericht Treibhausgasemissionen am 18.05.2026, via dts Nachrichtenagentur

Der Expertenrat für Klimafragen warnt vor einer deutlichen Überschreitung des deutschen Emissionsbudgets bis 2030. Seine Berechnungen deuten darauf hin, dass die realistisch zu erwartenden Emissionen die Obergrenze um bis zu 100 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente übersteigen könnten. Vor allem die Sektoren Gebäude und Verkehr bereiten den Experten Sorgen. Die Bundesregierung wird zur Nachbesserung ihres Klimaschutzprogramms aufgefordert.

Drohende Überschreitung

Das deutsche Emissionsbudget für das Jahr 2030 könnte nach Einschätzung des Expertenrats für Klimafragen deutlich überschritten werden. Die Berechnungen des Umweltbundesamtes für 2025 wurden zwar bestätigt, doch die Projektionsdaten bis 2030 werden vom Expertenrat als zu optimistisch eingestuft.

Emissionen stagnieren

Die Treibhausgasemissionen sanken im vergangenen Jahr laut den aktuellen Daten nur um magere 0,1 Prozent. Ein Anstieg in den Sektoren Gebäude und Verkehr konnte die Rückgänge in der Industrie und Energiewirtschaft kaum ausgleichen.

Fehleinschätzungen möglich

„Wir gehen davon aus, dass die tatsächlichen Emissionen höher ausfallen dürften als ausgewiesen“, sagte die Vorsitzende Barbara Schlomann. Insbesondere die Annahmen für die Energiewirtschaft und den Gebäudesektor müssten dringend aktualisiert werden. Auch neue Gesetzesvorhaben wie das Gebäudemodernisierungsgesetz, die noch nicht in den Prognosen enthalten sind, könnten zusätzliche Risiken bergen.

Klimaschutzprogramm muss ran

Der Expertenrat empfiehlt daher dringend eine Überarbeitung des Klimaschutzprogramms 2026. Die aktuellen Pläne scheinen nicht auszureichen, um die Klimaziele bis 2040 zu erreichen. Sollte der Expertenrat im kommenden Jahr erneut eine Überschreitung des Budgets feststellen, müssten zusätzliche Maßnahmen von der Bundesregierung ergriffen werden. Der Expertenrat bezweifelt zudem, dass die aktuelle Fassung des Programms geeignet ist, eine gesetzliche Nachsteuerungspflicht abzuwenden. Es drohen möglicherweise weitere Klagen gegen die Klimapolitik der Regierung.

Quelle
  • (Mit Material der dts Nachrichtenagentur erstellt) Redaktionelle Bearbeitung: insideBW-Redaktion.

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