Sichere Kommunikation trotz chinesischer Überwachung
Beim Besuch in Peking verzichtete die US-Delegation offenbar auf ihre gewohnten Smartphones und Laptops. Stattdessen kamen speziell vorbereitete, temporäre Geräte zum Einsatz, sogenannte „Clean Devices“. Diese wurden vorab streng kontrolliert, um das Risiko von Spionage, Hackerangriffen und Datendiebstahl zu minimieren, wie „Fox News“ mit Berufung auf aktuelle und ehemalige US-Beamte berichtet.
Innerhalb der US-Regierung gilt seit Jahren die Annahme, dass sämtliche nach China mitgebrachten digitalen Geräte, einschließlich Hotel-WLAN-Verbindungen, als potenziell kompromittierbar eingestuft werden. Diese Vorsichtsmaßnahmen erschweren laut Insidern selbst alltägliche Kommunikationsabläufe erheblich. Nachrichten werden stattdessen über kontrollierte Kanäle, temporäre Benutzerkonten oder persönliche Boten weitergegeben. Kontakte und Cloud-Zugänge sind oft eingeschränkt oder komplett deaktiviert.
Warnung vor „Juice Jacking“
Bill Gage, ehemaliger Agent des Secret Service, erklärt gegenüber „Fox News“, dass China ein Staat mit umfassender Überwachung sei. US-Vertreter würden verstärkt darauf hingewiesen, dass praktisch jede Kommunikation überwacht werden kann. Auch Theresa Payton, frühere IT-Chefin des Weißen Hauses, bestätigt die Annahme, dass sowohl persönliche Gespräche als auch digitale Aktivitäten überwacht werden könnten.
Die Sicherheitsvorkehrungen betreffen sogar scheinbar banale Vorgänge wie das Aufladen von Mobiltelefonen. US-Behörden warnen seit Jahren vor der Nutzung unbekannter USB-Anschlüsse oder fremder Ladesysteme. Manipulierte Hardware könnte zum Auslesen von Daten oder zur Installation von Schadsoftware genutzt werden – eine Methode, die als „Juice Jacking“ bekannt ist. In Hochrisikoländern reisen US-Vertreter daher häufig mit eigens zugelassenen Ladegeräten oder externen Akkus.
Papier und SCIFs statt digitaler Komfort
Für besonders sensible Gespräche richteten US-Behörden im Ausland temporäre Sicherheitsbereiche ein, sogenannte SCIFs („Sensitive Compartmented Information Facilities“). Diese mobilen, improvisierten Räume sollen elektronische Überwachung verhindern und werden beispielsweise innerhalb von Hotelzimmern aufgestellt. Selbst der US-Präsident muss sich zum Telefonieren in solche abgeschirmten Bereiche begeben.
Die umfangreichen Sicherheitsmaßnahmen führen laut dem Bericht von „Fox News“ dazu, dass Delegationen zeitweise wieder auf analoge Arbeitsweisen zurückgreifen müssen. Papierdokumente werden demnach wieder häufiger genutzt.
China im Fokus westlicher Geheimdienste
Westliche Geheimdienste und Cybersicherheitsexperten schätzen, dass China eine Kombination aus klassischen Geheimdienstmethoden, Cyberangriffen und technischer Überwachung nutzt, um Informationen zu beschaffen. Viele dieser Taktiken werden zwar auch von anderen Staaten angewendet, das chinesische System gilt jedoch als besonders umfangreich und stark technologiebasiert.
Das britische National Cyber Security Centre (NCSC) warnt in Zusammenarbeit mit internationalen Partnern, darunter der deutsche Verfassungsschutz und der Bundesnachrichtendienst, dass staatlich geförderte chinesische Cyberakteure ihre Taktiken und Techniken kontinuierlich anpassen. Sie nutzen verstärkt Netzwerke aus gekaperten Endgeräten von Unternehmen und Privatpersonen, um Zielpersonen diskret auszuspionieren und Spuren zu verwischen. Betroffen sind dabei Computer, Handys, Router und sogar Smart-Home-Geräte.
Die chinesische Regierung weist solche Vorwürfe systematischer Spionage regelmäßig zurück und gibt an, selbst Ziel westlicher Cyberangriffe zu sein.





