Wadephuls EU-Pläne stoßen auf Widerstand

Prag schmettert Reform-Ideen aus Berlin

Prag schmettert Reform-Ideen aus Berlin

Johann Wadephul am 06.05.2026, via dts Nachrichtenagentur

Tschechien hat die von CDU-Außenpolitiker Johann Wadephul vorgeschlagenen EU-Reformpläne scharf zurückgewiesen. Außenminister Petr Macinka bezeichnete die Ideen als "abstrakte Visionen aus Brüssel", die Europa nicht retten würden. Insbesondere die Abschaffung des Einstimmigkeitsprinzips in der Außenpolitik lehnt Prag entschieden ab. Kleine Staaten würden sich dadurch benachteiligt sehen, heißt es aus Prag.

Skepsis aus Prag

Tschechiens Außenminister Petr Macinka hat die EU-Reformpläne seines deutschen Kollegen Johann Wadephul (CDU) eine klare Absage erteilt. „Ich glaube nicht, dass Europa durch abstrakte Visionen aus Brüssel gerettet werden kann“, sagte Macinka der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. Regeländerungen allein seien nicht zielführend.

Wadephul hatte jüngst dafür plädiert, das Einstimmigkeitsprinzip in der Außen- und Sicherheitspolitik der EU durch qualifizierte Mehrheiten zu ersetzen. Ein Vorstoß, der in Prag auf Widerstand trifft.

Deutliche Ablehnung des Vetorechts-Vetos

Macinka, der auch dem EU-kritischen Kabinett angehört, zeigte wenig Verständnis für den Vorschlag. „Ich glaube, das kann von vielen Ländern nicht akzeptiert werden, vor allem nicht von den kleineren“, so der Minister. Gerade die kleineren Mitgliedstaaten würden sich durch die Abschaffung des nationalen Vetorechts in ihren Interessen beschnitten fühlen.

Stattdessen betonte Macinka die Bedeutung von Konsens. Ein Veto bedeute nicht zwangsläufig, dass ein Land Probleme machen wolle. Vielmehr spiegele es die eigenen, spezifischen nationalen Herausforderungen wider, die zu dieser Entscheidung führten.

Quelle
  • (Mit Material der dts Nachrichtenagentur erstellt) Redaktionelle Bearbeitung: insideBW-Redaktion.

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