Hoffnung auf Erholung schwindet
Die ZEW-Konjunkturerwartungen für Deutschland sind im März 2026 dramatisch eingebrochen. Mit -0,5 Zählern liegt der Index sage und schreibe 58,8 Punkte unter dem Wert des Vormonats. Das teilte das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) am Dienstag in Mannheim mit. Ein jähes Ende des leichten Aufschwungs scheint damit in Sicht.
Energiepreise und Inflation
„Die Eskalation im Nahen Osten treibt die Energiepreise massiv nach oben und sorgt für steigenden Inflationsdruck“, erklärt ZEW-Präsident Achim Wambach. Das Risiko für die deutsche Wirtschaft sei klar: Der gerade erst begonnene Erholungstrend könnte ausgebremst werden. Wie stark die Folgen ausfallen, hänge maßgeblich von der Dauer und Intensität des Konflikts ab. Die Finanzmarktexperten teilen jedenfalls nicht die Hoffnung auf ein schnelles Ende.
Branchen leiden besonders
Kaum eine Branche kann im März noch positive Aussichten vermelden. Am härtesten trifft es die energieintensiven Sektoren: Die Chemie- und Pharmaindustrie verliert 43,6 Punkte im Vergleich zum Februar. Auch die Automobilbranche (-34,3) und der Maschinenbau (-35,5) verzeichnen herbe Rückgänge. Die Stahl- und Metallindustrie sowie das Baugewerbe sehen sich ebenfalls deutlichen Dämpfern gegenüber. Im Bau könnten auch steigende Zinsen eine Rolle spielen.
Fast 80 Prozent der befragten Experten erwarten spürbaren Inflationsdruck, sowohl in Deutschland als auch in der gesamten Eurozone.
Auch Eurozone rutscht ab
Die Finanzmarktexperten blicken auch für die Eurozone pessimistischer in die Zukunft. Der Index stürzte im März in den negativen Bereich und liegt nun bei -8,5 Punkten. Das ist ein Rückgang um 47,9 Zähler im Vergleich zum Februar. Auch die Einschätzung der aktuellen wirtschaftlichen Lage hat sich eingetrübt: Mit -29,9 Punkten liegt dieser Indikator 16,3 Punkte unter dem Vormonatswert.

