Häufung im Juni
Im vergangenen Jahr sind in Deutschland 393 Menschen bei Badeunfällen ums Leben gekommen. Das teilte die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) am Dienstag mit. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet das einen Rückgang um 18 Todesfälle. Der Juni erwies sich als besonders unglücklichster Monat: 69 Menschen ertranken, darunter an einem einzigen Juni-Wochenende 15 Personen.
Über die Hälfte aller tödlichen Badeunfälle ereignete sich in der Hauptbadesaison von Anfang Mai bis Ende August. Im Juli gingen die Zahlen trotz niederschlagsreichen Wetters leicht zurück, dennoch starben 52 Menschen im Wasser. Im August verloren 65 Personen ihr Leben.
Besorgnis über junge Männer
Besonders beunruhigend ist die Entwicklung bei den 11- bis 30-Jährigen. In dieser Altersgruppe stieg die Zahl der Todesfälle im Vergleich zum Vorjahr an. DLRG-Präsidentin Ute Vogt zeigte sich besorgt: „Das ist besorgniserregend und setzt sich hoffentlich in diesem Jahr so nicht fort. Nur eine Person unter den 73 Opfern in diesen Altersklassen war weiblich. Gerade unter männlichen Jugendlichen und jungen Männern sind Übermut und Selbstüberschätzung leider weit verbreitet und ebenso wie der Konsum von Alkohol mitursächlich für tragische Unfälle.“ Mit 82 Prozent waren insgesamt vier von fünf Todesopfern männlich.
Kinder weniger betroffen
Erfreulich ist hingegen die Bilanz bei Kindern bis zehn Jahren. Mit 13 tödlichen Unfällen lag die Zahl deutlich unter dem 25-Jahres-Durchschnitt von 29 Fällen. Mehr als 3.000 Menschen werden jährlich mit den Folgen des Ertrinkens in Krankenhäuser eingeliefert, viele von ihnen erleiden schwere bleibende Schäden. Die DLRG-Statistik erfasst keine Unglücke in privaten Pools oder Badewannen.
Ausbau der Schwimmausbildung gefordert
Die DLRG sieht die Lösung in verstärkter Präventionsarbeit und fordert einen Ausbau der Schwimmausbildung, insbesondere in Schulen. Vogt betonte, dass viele Kinder die Grundschule verlassen, ohne sicher schwimmen zu können – ein unnötiges Lebensrisiko. Die meisten tödlichen Unfälle ereigneten sich in Seen und Flüssen, während die Zahl der Opfer in den Meeren gesunken ist.
(Mit Material der dts Nachrichtenagentur erstellt)



