Hochschulen suchen dringend private Zimmer
Kurz vor Beginn des Wintersemesters verschärft sich die Suche nach bezahlbarem Wohnraum für Studierende in Teilen Baden-Württembergs. Das Studierendenwerk Tübingen-Hohenheim, die Universität Tübingen, die Universität Hohenheim und die Hochschule Albstadt-Sigmaringen rufen deshalb gemeinsam private Vermieter dazu auf, freie Zimmer, Einliegerwohnungen oder zeitweise ungenutzte Unterkünfte anzubieten.
Nach Angaben der beteiligten Hochschulen liegen für das kommende Wintersemester derzeit 1.910 offene Bewerbungen für Wohnheimplätze vor. Dem stehen noch 758 freie Wohnheimplätze gegenüber. Die Zahlen verdeutlichen den erheblichen Druck auf dem studentischen Wohnungsmarkt.
Studierende geben einen großen Teil ihres Einkommens für Miete aus
Die Hochschulen verweisen auf Zahlen des Statistischen Bundesamts, wonach Studierende durchschnittlich 54 Prozent ihres Einkommens für die Miete aufwenden. Knapp zwei Drittel der Studierenden-Haushalte gelten demnach als überlastet.
Die angespannte Lage betrifft nach Darstellung der Beteiligten längst nicht nur klassische Universitätsstädte. Auch für Hochschulstandorte in der Region wird verfügbarer und bezahlbarer Wohnraum zunehmend zu einem wichtigen Faktor, um Studierende zu gewinnen und ihnen den Studienstart zu ermöglichen.
126 neue Wohnheimplätze entstehen in Hohenheim
Das Studierendenwerk baut seine Kapazitäten weiter aus. In Hohenheim entstehen derzeit 126 zusätzliche Wohnheimplätze. Auch in Tübingen werden weitere Wohnbauprojekte vorangetrieben. Kurzfristig können diese Vorhaben die Nachfrage allerdings nicht vollständig auffangen.
Deshalb setzen Studierendenwerk und Hochschulen zusätzlich auf privaten Wohnraum. Über die kostenlose Privatzimmervermittlung des Studierendenwerks können freie Zimmer und Wohnungen eingestellt und an wohnungssuchende Studierende vermittelt werden.
Wohnraum wird auch zum Standortfaktor
Die Hochschule Albstadt-Sigmaringen verweist in der gemeinsamen Meldung zudem auf die wirtschaftliche Bedeutung des Themas. Mehr als 80 Prozent ihrer Absolventinnen und Absolventen arbeiten nach dem Studium in Baden-Württemberg. Aus Sicht der Hochschule ist ausreichender Wohnraum deshalb auch eine Voraussetzung dafür, Studierende und spätere Fachkräfte für die Region zu gewinnen.