Strecke bleibt länger Baustelle
Die Sanierung des Bahnkorridors zwischen Hamburg und Berlin wird sich voraussichtlich deutlich länger als geplant hinziehen. Wochenlanger Frost und Schnee in Norddeutschland haben die Bauarbeiten seit Ende Dezember empfindlich beeinträchtigt, wie die Bahn am Montag mitteilte. Vorstand Gerd-Dietrich Bolte sprach von einem der stärksten Wintereinbrüche seit mehr als 15 Jahren und erklärte, dass eine Wiederinbetriebnahme der Strecke zum ursprünglich anvisierten Datum am 30. April nunmehr „nicht mehr wie geplant zu schaffen“ sei.
Kabel sind vereist, Boden gefroren
Die Ursachen für die Verzögerung sind vielfältig. So können beispielsweise Kabel für die Signal- und Stellwerkstechnik nicht verlegt werden, da die Kabelkanäle vereist und teilweise zugefroren sind. Auf einigen Streckenabschnitten reicht der Bodenfrost bis zu 70 Zentimeter tief. Auch Arbeiten an der Oberleitung, die Montage von Weichenantrieben und die Installation von Signalanlagen sind seit Wochen wetterbedingt schlichtweg nicht möglich.
Neues Konzept und Personalaufstockung
Sobald der stark durchfrorene Boden vollständig aufgetaut ist, müssen die verschobenen Arbeiten neu getaktet werden. Die Bahn plant, das Personal auf der Baustelle deutlich zu verstärken, sobald die Temperaturen die Fortsetzung der Arbeiten zulassen. Bis zum 13. März soll ein neues Konzept für die Inbetriebnahme der Strecke vorliegen. Ziel bleibe es, eine tragbare Lösung für Reisende und Unternehmen im Güterverkehr zu erarbeiten.
Wechselwirkungen mit anderen Großprojekten
Die Bahn warnt jedoch vor möglichen „Wechselwirkungen“ mit den ab 1. Mai geplanten, umfangreichen Sanierungsarbeiten auf der Strecke Hamburg-Hannover. Diese Maßnahmen müssten bei einer Anpassung des Zeitplans für die Inbetriebnahme der Strecke Hamburg-Berlin ebenfalls neu eingetaktet werden. Andernfalls könnten die Umleitungskonzepte für den Fern- und Güterverkehr zwischen den beiden größten deutschen Metropolen beeinträchtigt werden.