Außenpolitiker CDU wirbt für Gelassenheit

Wadephul sieht Nato-Bündnis trotz Krisen als stabil an

Wadephul sieht Nato-Bündnis trotz Krisen als stabil an

Das Nato-Hauptquartier in Brüssel. (Archivbild)

Trotz jüngster Irritationen zwischen Deutschland und den USA, insbesondere im Zuge der Spannungen mit dem Iran, hat der CDU-Außenpolitiker Johann Wadephul das transatlantische Verhältnis als robust und belastbar bezeichnet. Er räumte kommunikative Defizite auf deutscher Seite ein, betonte aber, dass Meinungsverschiedenheiten das Fundament der Beziehungen nicht gefährden dürften.

Transatlantisches Verhältnis gefestigt

Johann Wadephul, Außenpolitiker der CDU, unterstreicht seine Überzeugung, dass die Beziehungen zwischen Deutschland und den Vereinigten Staaten nach wie vor stark sind. Noch immer würde er die Aussage von seinem Amtsantritt bekräftigen, dass die USA verlässlich an der Seite Deutschlands stehen.

Seine Erfahrungen in der US-Administration, von den unteren Ebenen bis hin zu den Strukturen der Nato, hätten ihm gezeigt: „Dort erlebe ich immer wieder, dass das transatlantische Bündnis fest ist.“

Irritationen trotz Krisen

Im Gespräch mit der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ ging Wadephul auf die jüngsten Spannungen ein, die auf die Aussage von Bundeskanzler Olaf Scholz über die Demütigung der USA durch den Iran folgten und diese sogar zu einer Überprüfung des US-Truppenabzugs aus Deutschland führten.

„Meinungsunterschiede in und zwischen offenen Gesellschaften sind normal, sie dürfen das Grundsätzliche nicht infrage stellen“, mahnte Wadephul und rief dazu auf, gerade in Krisenzeiten das Wesentliche nicht aus den Augen zu verlieren.

Iran-Warnung an Teheran

Die Botschaft des Kanzlers, so Wadephul, sei klar an Teheran gerichtet gewesen: Nicht provozieren und die USA nicht weiter herausfordern. Eine Ansicht, die er auch bei einem Gespräch mit seinem US-Amtskollegen Mike Pompeo am Mittwoch teilte.

Mit Blick auf Themen wie die Zölle und die Drohungen gegenüber Grönland gab Wadephul zu, dass ihn solche Entwicklungen besorgten und manches davon „wirklich unnötig“ gewesen sei.

Kommunikationslücken eingeräumt

Gleichzeitig gestand Wadephul ein, dass die Kommunikation der Bundesregierung rund um den Iran-Konflikt und die Sicherung der Straße von Hormus nicht optimal verlaufen sei. Deutschland sei von Beginn an bereit gewesen, an einem Nachkriegsszenario mitzuwirken, das globale Interessen absichert.

„Wir hätten dies vielleicht noch klarer formulieren können, um damit zur gesamten US-Regierung durchzudringen“, so Wadephul. Jedoch habe man aus Washington gespiegelt bekommen, dass die deutsche Rolle geschätzt werde.

Quelle
  • (Mit Material der dts Nachrichtenagentur erstellt) Redaktionelle Bearbeitung: insideBW-Redaktion.

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