CDU-Politiker weist AfD-Vorwürfe zurück

Wadephul kontert Weidel: „Gezielte Lüge“ bei Gaslieferungen

Foto: Gasspeicher (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Außenminister Johann Wadephul (CDU) hat der AfD-Vorsitzenden Alice Weidel scharf widersprochen. Weidels Behauptung, Deutschland würde aus knappen deutschen Gasspeichern Gas an die Ukraine liefern, bezeichnete Wadephul als „gezielte Lüge“. Er warf der AfD zudem vor, systematisch prorussische Propaganda zu verbreiten.

Wadephul schlägt zurück

Der CDU-Politiker Johann Wadephul hat die Aussagen der AfD-Parteivorsitzenden Alice Weidel zu angeblichen deutschen Gaslieferungen an die Ukraine scharf zurückgewiesen. „Wir liefern kein deutsches Gas aus unseren Gasspeichern an die Ukraine – und das Gas in Deutschland ist auch nicht knapp“, sagte Wadephul der „Bild“. Er nannte Weidels Darstellung „schamlos“ und eine „dreiste Lüge“ gegenüber den Bürgern.

AfD verbreitet „Prorussische Propaganda“

Gleichzeitig erhob Wadephul den Vorwurf, die AfD verbreite „systematisch prorussische Propaganda“. Deutschland stehe aber entschlossen an der Seite der Ukraine im Kampf gegen die russische Aggression, betonte der Minister.

Weidel sprach von „fast leeren Speichern“

Alice Weidel hatte am Montag behauptet, die Gasspeicher in Deutschland seien „fast leer“, und zog daraus den Schluss, Friedrich Merz habe entschieden, das verbliebene Gas in die Ukraine zu leiten. Diese Darstellung wird auch vom Bundeswirtschaftsministerium bestritten.

Bundesregierung weist Darstellung zurück

Eine Sprecherin des Bundeswirtschaftsministeriums erklärte auf Anfrage, die Bundesregierung finanziere oder koordiniere keine Gaslieferungen an die Ukraine. Die Kommunikation von „Warenströmen der Privatwirtschaft“ sei irreführend, wenn man von „Deutschland liefert“ spreche.

Gasspeicher bei 20 Prozent

Die Gasspeicher in Deutschland sind nach Angaben der Bundesnetzagentur aktuell zu 20,67 Prozent gefüllt. Diese Füllstände liegen seit Mitte September unter den Werten der Vorjahre. Die Bundesnetzagentur weist jedoch darauf hin, dass sich die Versorgungslage durch neue Importmöglichkeiten wie Pipelines aus Norwegen und LNG-Terminals verändert habe.