Kein Charakter als Volkspartei mehr

Verdi-Chef rechnet mit der Union ab

Verdi-Chef rechnet mit der Union ab
Foto: Gewerkschaftsvertreter auf einer Kundgebung, Symbolbild (Archivbild)

Vor den Landtagswahlen in diesem Jahr äußert sich Verdi-Bundesvorsitzender Frank Werneke kritisch gegenüber der Union. Er wirft der Partei vor, sich zum Sammelbecken für eine neoliberale Politik entwickelt zu haben und damit ihren Charakter als Volkspartei zu verlieren. Wähler sollten Parteien meiden, die Sozialabbau planen.

FDP-Schwund als Chance für die Union?

Frank Werneke, der Bundesvorsitzende der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi, sieht die Christdemokraten vor einer wichtigen Weichenstellung. Mit dem teilweisen Bedeutungsverlust der FDP habe sich die Union offenbar als neue politische Heimat für wirtschaftsliberale und neoliberale Strömungen etabliert, so Werneke in einem Interview mit der „Bild am Sonntag“.

Dieser Kurs, so der Gewerkschaftschef weiter, gehe auf Kosten der Arbeitnehmer. Ein entsprechender Flügel innerhalb der Union sei kaum noch erkennbar. „Und damit verliert die Union ein Stück weit den Charakter als Volkspartei, aus meiner Sicht.“

Sozialabbau statt Versprechen

Werneke kritisiert konkrete Vorschläge aus dem Umfeld der Union und von Wirtschaftsverbänden, wie die Einschränkung des Rechts auf Teilzeit oder die Lockerung des Kündigungsschutzes im öffentlichen Dienst. Er erinnert daran, dass der Union im Vorfeld der Bundestagswahl viele Versprechen gemacht worden seien, darunter auch Reformen im Rentensystem, die zulasten der Beschäftigten gehen könnten.

Verdi-Mitglieder würden sich jedoch nicht von leeren Versprechungen leiten lassen. „mich und unsere Mitglieder interessiert nicht, welche aus meiner Sicht unerfüllbaren Versprechungen die Union gemacht hat“, verdeutlichte Werneke.