Reform soll Riester-Fehler beheben – Kritiker bleiben skeptisch

Verbraucherschützer warnen vor Altersvorsorge-Fiasko

Foto: Archivbild: Symbol für Altersvorsorge, via dts Nachrichtenagentur

Kurz vor der parlamentarischen Debatte über das neue Altersvorsorge-Gesetz schlagen Verbraucherschützer Alarm. Sie befürchten, dass die geplante Reform nicht ausreicht, um die gravierenden Mängel der bisherigen privaten Vorsorgemodelle zu beheben und warnen vor einem erneuten Scheitern.

Reform soll bessere Renditen bringen

Das von Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) eingebrachte Gesetz soll die Nachfolge der unbeliebten Riester-Rente antreten. Kernpunkt ist die Möglichkeit, über ein neues Altersvorsorgedepot höhere Renditen am Kapitalmarkt zu erzielen. Ab Januar 2027 sollen entsprechende Produkte auf den Markt kommen.

Kritik: Finanzvermittler weiterhin am Drücker

Niels Nauhauser von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg sieht darin jedoch keine entscheidende Verbesserung für den Otto Normalverbraucher. „Für Menschen, die sich nicht auskennen, ändert sich nichts“, zitiert die „Süddeutsche Zeitung“ den Experten. „Die sind weiterhin Finanzvermittlern ausgeliefert. Die werden verkaufen, was am meisten Provision bringt.“

Nauhauser wirft dem Bundesfinanzministerium vor, die Interessen der Finanzlobby zu bedienen. Ähnlich wie bei der Riester-Rente drohe auch hier, dass das Modell in zehn Jahren erneut als unzureichend für die meisten Bürger entlarvt werde. Stattdessen plädiert er für einen staatlichen Vorsorgefonds nach schwedischem Vorbild.