Die Geister der Vergangenheit
Nur wenige Tage, bevor das neue Gesetz zur Altersvorsorge im Bundestag zur Abstimmung steht, werden die Stimmen der Skepsis lauter. Niels Nauhauser von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg äußert deutliche Bedenken: „Die Geschichte wiederholt sich“, sagte er der „Süddeutschen Zeitung“. Seiner Einschätzung nach wird die private Altersvorsorge mit dieser Reform erneut scheitern.
Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) hatte die Reform initiiert, um die gravierenden Mängel der Riester-Rente zu beheben. Doch die Grundstruktur bleibt bestehen: Finanzprodukte sollen weiterhin privat vertrieben werden. „Für Menschen, die sich nicht auskennen, ändert sich nichts“, warnt Nauhauser. Sie seien weiterhin den Empfehlungen von Finanzvermittlern ausgeliefert, die primär auf die Höhe ihrer Provisionen bedacht seien.
Das Bundesfinanzministerium setze damit eine Agenda der Finanzlobby um, so der Vorwurf. Die Gesellschaft werde in etwa zehn Jahren feststellen, dass die private Altersvorsorge für viele Bürger nicht funktioniert, ähnlich wie schon bei der Riester-Rente. Als zukunftsweisende Alternative wird ein staatlicher Fonds nach schwedischem Vorbild ins Spiel gebracht.
Das Kabinett hatte Klingbeils Pläne im Dezember abgesegnet. Das Vorhaben beinhaltet neben bisherigen Produkten mit Garantien ein neues Altersvorsorgedepot. Dieses soll durch Investitionen am Kapitalmarkt höhere Renditen ermöglichen. Die neuen Produkte sollen ab Januar 2027 auf den Markt kommen.