Schneider spricht von „rückwärtsgewandter Strategie“
Der Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) hat die jüngsten Aussagen von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen zur Atomkraft scharf zurückgewiesen. „Es spricht Bände, dass der Kern dieser rückwärtsgewandten Strategie aus neuen Subventionen für Atomkraftwerke besteht“, sagte Schneider am Dienstag.
Wenn eine Risikotechnologie nach über 70 Jahren immer noch auf staatliche Unterstützung angewiesen sei und es längst bessere Alternativen gebe, müsse man daraus Konsequenzen ziehen. „Stattdessen noch mehr Steuergeld für neue Risikoreaktoren auszugeben, lehne ich ab.“
Kosten und Probleme betont
Um nennenswert neue Reaktoren zu errichten, sei eine immense Geldinvestition nötig, die dann an anderer Stelle fehle. „Dazu kommt: Diese kleinen Atomkraftwerke werden schon seit Jahrzehnten angekündigt, schaffen aber den Durchbruch nicht und ringen stattdessen um Subventionen. Auch wenn die Anlagen kleiner werden, werden die Probleme in der Summe größer.“
Schneider bekräftigte, dass sauberer Strom aus Wind und Sonne günstiger sei und die Energiewende vorantreibe, ohne strahlenden Müll zu produzieren. Für Deutschland gelte weiterhin die Ausrichtung auf bessere, sicherere und günstigere Alternativen. Der Atomausstieg habe das Land sicherer gemacht, und der vor 15 Jahren erreichte Atomkonsens habe Deutschland gutgetan. „Das sollten wir nicht leichtfertig aufs Spiel setzen.“
Von der Leyen will „globales Zentrum“
Von der Leyen hatte zuvor bei einem Kernenergie-Gipfel in Paris die Abkehr von der Atomkraft in Deutschland und Teilen der EU als „strategischen Fehler“ bezeichnet. Sie kündigte eine neue europäische Strategie für kleine modulare Reaktoren an, die bis Anfang der 2030er-Jahre einsatzbereit sein sollen. Ziel sei es, Europa zu einem „globalen Zentrum der Kernenergie der nächsten Generation“ zu machen, so die CDU-Politikerin.
(Mit Material der dts Nachrichtenagentur erstellt)



