Süßer Nachwuchs bei bei den Trampeltieren in der Wilhelma – bald Publikumsliebling?

Junges Kamel liegt im Gras, umgeben von einem größeren Kamel.

Das Trampeltier-Fohlen wenige Stunden nach der Geburt

Foto: Wilhelma

Freudige Nachrichten aus dem Zoologisch-Botanischen Garten Stuttgart: In der Wilhelma ist ein Trampeltierfohlen zur Welt gekommen. Das Jungtier wurde am 13. März 2026 geboren und sorgt seitdem für große Freude bei den Tierpflegern. Noch verbringt das kleine Kamelmädchen seine ersten Lebenstage gemeinsam mit seiner Mutter in einem separaten Bereich der Anlage.

Erst einmal Ruhe für Mutter und Jungtier

In den ersten Tagen nach der Geburt bleibt das Fohlen mit seiner Mutter Chiara in einem abgetrennten Vorgehege. Dort kann sich das Jungtier in Ruhe an seine neue Umgebung gewöhnen.

„Wir freuen uns sehr über unseren Familienzuwachs bei den Trampeltieren. Da es sich um ein weibliches Fohlen handelt, stehen die Chancen gut, dass es dauerhaft bei uns in der Wilhelma bleiben kann“, erklärt Revierleiter Stephan Paspalaris.

Für Besucherinnen und Besucher heißt es allerdings noch ein wenig Geduld: Im Laufe der kommenden Woche soll das Jungtier erstmals auf der großen Anlage im Asiatischen Dorf zu sehen sein.

Familie mit Wilhelma-Geschichte

Das neugeborene Fohlen stammt aus einer echten Wilhelma-Familie. Mutter Chiara wurde vor 17 Jahren ebenfalls im Stuttgarter Zoo geboren. Vater des Jungtiers ist der zwölf Jahre alte Hengst Genghis.

Gemeinsam leben sie mit der 18-jährigen Stute Faya auf der Anlage im Asiatischen Dorf. Für Chiara ist es nicht das erste Jungtier: Bereits im Frühjahr 2024 brachte sie ein Fohlen zur Welt. Dieses zog im vergangenen Sommer in einen Tierpark nach Nordrhein-Westfalen um.

Dass diesmal ein weibliches Jungtier geboren wurde, ist für die Wilhelma besonders erfreulich. Weibliche Tiere können meist problemlos in der bestehenden Gruppe bleiben, während männliche Tiere oft später abgegeben werden müssen, um Revierkonflikte zu vermeiden.

Teil des Asiatischen Dorfs

Die Trampeltiere sind Teil des sogenannten Asiatischen Dorfs in der Wilhelma. Dort sollen Besucher einen Eindruck davon bekommen, welche Tiere seit Jahrhunderten eng mit der Lebensweise vieler Menschen in Asien verbunden sind.

Neben den Trampeltieren leben in diesem Bereich unter anderem auch:

  • Yaks
  • Vietnamesische Hängebauchschweine
  • Kaschmirziegen
  • Romanov-Schafe
  • Ayam-Cemani-Hühner

Die Tiere zeigen, wie vielfältig die domestizierten Nutztiere Asiens sind und welche Rolle sie in der Geschichte der Menschen gespielt haben.

Ein Dromedar mit einem Jungtier in einem Gehege.

Trampeltiere-Stute Chiara mit ihrem Fohlen

Foto: Wilhelma

Meister der Wüste

Trampeltiere gehören zu den sogenannten Altweltkamelen. Sie wurden bereits vor etwa 4.500 Jahren in den Steppen und Wüsten Zentralasiens domestiziert.

Besonders bekannt sind sie für ihre außergewöhnliche Anpassungsfähigkeit an extreme Lebensräume. In den trockenen Regionen Zentralasiens müssen sie mit großen Temperaturunterschieden, wenig Wasser und knapper Vegetation zurechtkommen.

Gerade deshalb wurden sie über Jahrtausende zu wichtigen Begleitern des Menschen. Als Reit- und Lasttiere spielten sie etwa eine entscheidende Rolle auf den Handelsrouten der Seidenstraße.

Auch heute werden Trampeltiere in vielen Regionen noch gehalten – unter anderem wegen ihrer Milch, Wolle, ihres Fleisches und Leders. Selbst ihr getrockneter Dung wird in baumarmen Gegenden häufig als Brennmaterial genutzt.

Zwei Höcker – aber kein Wasserspeicher

Ein typisches Merkmal der Trampeltiere sind ihre zwei Höcker. Damit unterscheiden sie sich deutlich von ihren einhöckrigen Verwandten, den Dromedaren, die vor allem in Nordafrika und im Nahen Osten vorkommen.

Entgegen einer weit verbreiteten Annahme speichern die Höcker jedoch kein Wasser.

„Die Höcker dienen nicht als Wasserspeicher, sondern als Fettreserve“, erklärt Kerstin Ludmann, Kuratorin für das Asiatische Dorf und den Asiatischen Schaubauernhof der Wilhelma.

In Zeiten, in denen Nahrung knapp ist, können die Tiere auf diese Energiereserven zurückgreifen.

Beim neugeborenen Fohlen sind die Höcker zunächst nur als kleine Erhebungen zu erkennen. Erst nach einigen Wochen richten sie sich deutlich auf – sobald sich die Fettspeicher durch die nahrhafte Muttermilch gefüllt haben.

Wildform stark bedroht

Während domestizierte Trampeltiere in Zentralasien noch weit verbreitet sind – Schätzungen gehen von rund zwei Millionen Tieren aus –, ist ihre Wildform stark gefährdet.

Nur noch etwa 1.000 wildlebende Trampeltiere existieren heute. Sie leben in abgelegenen Wüstengebieten der Mongolei und Chinas und gelten als eine der seltensten Kamelarten der Welt.

Bald Publikumsliebling?

Bis Besucher das kleine Kamelmädchen auf der großen Anlage sehen können, wird es noch einige Tage dauern. Doch schon jetzt ist klar: Der Nachwuchs dürfte schnell zum Publikumsliebling der Wilhelma werden.

Sobald Mutter und Jungtier sich eingelebt haben, können Zoo-Gäste den jüngsten Bewohner des Asiatischen Dorfs auch selbst entdecken – und vielleicht die ersten wackeligen Schritte des kleinen Trampeltiers beobachten.

Quelle
  • Pressemitteilung Wilhelam vom 13.03.2026

Methodik-Hinweis:
insideBW prüft Informationen nach redaktionellen Standards. Wie wir arbeiten? Mehr dazu: Quellen & Methodik .