EVP-Gruppe unter Druck

Spahn fordert Konsequenzen aus AfD-Chat

Spahn fordert Konsequenzen aus AfD-Chat
Foto: Jens Spahn (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Nach Berichten über eine angebliche Chatgruppe, in der sich Vertreter der konservativen EVP-Fraktion im EU-Parlament mit rechten Parteien austauschten, hat der Unionsfraktionschef Jens Spahn (CDU) Konsequenzen gefordert. Auch CDU und CSU gehören der EVP an. Spahn schloss im Fernsehen eine Zusammenarbeit mit der AfD aus, betonte aber die Bedeutung von Mehrheiten im Parlament.

Unionsfraktion fordert Aufklärung

Die Causa um eine angebliche Chatgruppe mit Vertretern der AfD im EU-Parlament beschäftigt die Union. Unionsfraktionschef Jens Spahn (CDU) pocht auf klare Konsequenzen. „Das muss Konsequenzen haben“, sagte er am Montag in der ntv Sendung „Blome & Pfeffer“. Er sei bereit, über die Folgen zu sprechen, insbesondere im Hinblick auf die weitere Zusammenarbeit.

Spahn distanzierte sich klar von den Vorwürfen einer Kooperation mit der AfD. „Was die AfD will, macht und tut im Brüsseler Parlament, interessiert keinen Menschen. Es ist auch nicht von Relevanz“, erklärte er. Eine solche Chatgruppe sei „keine Form der Zusammenarbeit“.

Fokus auf EU-Parlament

Der CDU-Spitzenkandidat für die Landtagswahl in Rheinland-Pfalz, Gordon Schnieder, schloss sich der Forderung nach Aufklärung an. „Die Vorgänge müssen vollständig aufgeklärt werden, und daraus müssen Konsequenzen folgen“, sagte Schnieder den Zeitungen der Funke-Mediengruppe und betonte, dass die Abgeordneten der CDU/CSU-Gruppe sowie deren Mitarbeiter offenbar nicht direkt betroffen seien. Für die Landes-CDU gelte ein striktes Nein zur Zusammenarbeit mit der AfD. „Wer in solchen Chatgruppen unterwegs ist oder meint, sich mit der AfD zusammentun zu müssen, hat in unseren Reihen keinen Platz. In so einem Fall ist man sofort raus.“

Hintergrund der Debatte ist eine Recherche, nach der sich die EVP-Fraktion, zu der auch die deutschen Unions-Abgeordneten zählen, gemeinsam mit dem rechten Flügel des Europaparlaments in einer Chatgruppe und bei einem Treffen mit Abgeordneten mit einem Gesetzesvorschlag zur Verschärfung der Migrationspolitik befasst haben soll. Spahn wies zugleich darauf hin, dass es im Europäischen Parlament keine Einigung mit SPD und Grünen gegeben habe. „Die SPD-Europaabgeordneten arbeiten in Brüssel gegen das, was die gemeinsame Bundesregierung aus Berlin heraus will, und gegen das, was die Kommission vorschlägt“, sagte er. Mehrheiten im Parlament, die ohne die radikale Rechte zustande kämen, seien normal.

Quelle
  • (Mit Material der dts Nachrichtenagentur erstellt) Redaktionelle Bearbeitung: insideBW-Redaktion.

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