Schluss mit Riester-Falle!
Die private Altersvorsorge, allen voran die Riester-Rente, hat ihr Ziel, die zusätzliche Absicherung für die breite Masse zu ermöglichen, laut dem Sozialverband Deutschland (SoVD) verfehlt. Nur ein Drittel der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten sorgt über solche staatlich geförderten Modelle privat vor. Die eigentlichen Profiteure seien stattdessen die Versicherungskonzerne.
Schweden als Vorbild? Zu teuer!
Auch der neu vorgeschlagene, vermeintlich einfachere und transparentere Vorsorgebaustein kann die grundsätzlichen Bedenken des SoVD nicht ausräumen. Zwar soll das Produkt kostengünstiger sein als die Riester-Rente, doch die geplante Obergrenze für Verwaltungskosten von 1,5 Prozent ist dem Verband deutlich zu hoch. Ein Blick nach Schweden, wo der staatliche Fonds Verwaltungskosten von nur rund 0,1 Prozent hat, zeige die tatsächliche Machbarkeit kostengünstiger Modelle.
Das Kernproblem bleibt: Wer Geld hat, spart
Der Grundgedanke, dass Menschen ohne finanzielle Rücklagen auch durch staatliche Förderungen keine zusätzliche Vorsorge betreiben können, bleibe auch mit der aktuellen Reform bestehen. „Wer keinen Euro zum Sparen übrig hat, wird trotz Förderung nicht zusätzlich vorsorgen können. Darum brauchen wir eine starke gesetzliche Rente“, betont SoVD-Vorsitzende Michaela Engelmeier. Die Hoffnungen des Verbandes ruhen nun auf den Ergebnissen der Rentenkommission, die noch im laufenden Jahr erwartet werden.