Kritik an Plänen für Einfamilienhaus-Anlagen

Solar-Aus für Kleine? Branchenverbände und Grüne schlagen Alarm

Solar-Aus für Kleine? Branchenverbände und Grüne schlagen Alarm
Foto: Solarzellen auf Hausdach (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) plant offenbar eine drastische Kürzung der Förderungen für kleine Solaranlagen auf Privathäusern. Dies löst heftige Gegenwehr bei wichtigen Branchenverbänden, Energieexperten und der Opposition aus. Die Sorge: Der Ausbau sauberer Energie könnte ausgebremst werden.

Schlag ins Kontor für Eigenheimbesitzer

Die Pläne aus dem Bundeswirtschaftsministerium stößt auf breite Front der Kritik. Konkret soll die Förderung für Photovoltaikanlagen auf Hausdächern mit einer Leistung unter 25 Kilowatt gestrichen werden. Stattdessen müssten Betreiber ihre Anlagen selbst nach Abnehmern suchen, statt den Strom wie bisher automatisch ins Netz einspeisen zu können. „Ich kann nur davor warnen, im Zuge der EEG-Reform die Förderung von Photovoltaikanlagen auf Hausdächern zu streichen“, warnt Ursula Heinen-Esser, Präsidentin des Bundesverbandes Erneuerbare Energie (BEE).

„Solarkiller“ statt Energiewende

Mira Wenzel von der Denkfabrik Agora Energiewende befürchtet, dass ein plötzlicher Stopp der Einspeisevergütung „kleine Dach-PV-Anlagen unwirtschaftlich machen“ und damit „deren Ausbau abwürgen“ würde. Carsten Körnig vom Branchenverband BSW-Solar spricht gar von einem „Frontalangriff auf die kleinen Solaranlagen“. Im Bundestag schlägt Katharina Dröge, Fraktionsvorsitzende der Grünen, noch schärfere Töne an: „Katherina Reiche plant nichts anderes als einen Solarkiller“.

Die grüne Politikerin kritisiert, dass mit dem Wegfall der Solarvergütung viele Anlagen unrentabel würden. „Für eine große Zahl an Eigenheimbesitzern wird das Solardach damit unwirtschaftlich. Sie werden um die Chance gebracht, günstigen eigenen Strom herzustellen“, so Dröge. Sie wirft der Ministerin vor, die „beliebteste Form der Erneuerbaren Energien“ zu sabotieren und stattdessen nur noch Politik für „Großkonzerne und die fossile Lobby“ zu machen.

Kleine Anlagen, große Nachteile

Laut einem Bericht der „Süddeutschen Zeitung“ könnten zukünftig auch kleinste Anlagen unter sieben Kilowatt eine Einbaupflicht für intelligente Stromzähler erfahren. Darüber hinaus sollen Solardachanlagen nur noch mit der Hälfte ihrer Leistung Strom ins Netz einspeisen dürfen. Vereinfacht gesagt: Die einst geförderte Eigenproduktion von sauberem Strom für Jedermann könnte bald der Vergangenheit angehören, während vor allem große Konzerne profitieren dürften.