Söder kritisiert Bundesregierung
Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat die Maßnahmen der Bundesregierung zur Rückholung deutscher Staatsbürger aus dem Nahen Osten als unzureichend bezeichnet. „Die oberste Pflicht eines Staates ist, die eigenen Bürger zu schützen und ihnen in Krisensituationen zu helfen“, sagte Söder am Donnerstag im Gespräch mit „Welt TV“.
Mehr eigene Maschinen nötig?
Söder appellierte an die Regierung, die Anstrengungen zu verstärken: „Ich würde jetzt unsere Kräfte darauf konzentrieren, unsere Urlauber heimzuholen. Das ist mir noch alles ein bisschen zu wenig. Das könnte noch verstärkt werden. Es sind zu wenig Maschinen im Einsatz.“ Er regte an, Deutschland solle selbst prüfen, ob nicht mehr eigene Möglichkeiten, wie der Einsatz von Bundeswehrmaschinen, genutzt werden könnten. Italien, England und Frankreich seien hier offenbar stärker selbst im Einsatz.
Belastende Situation für Urlauber
Aus Anrufen von Deutschen aus der Region wisse er um die hohe Belastungssituation. Urlauber müssten teilweise eigenständig von ihren Aufenthaltsorten zu den wenigen Stützpunkten fahren, von denen aus die Rückflüge organisiert werden.
Außenminister in der Kritik
Söder machte deutlich, dass aus seiner Sicht Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) zu Beginn der Krise beim Thema Evakuierungsflüge zu wenig getan habe. „Es war am Anfang ein bisschen zäh, muss man dazu sagen.“ Das Argument, Urlauber hätten auch eine Selbstverantwortung, wies Söder entschieden zurück: „Wir sind indirekt natürlich in diesem Krieg involviert, weil unsere deutschen Urlauber betroffen sind. Und das Argument, das ich höre: Naja, wer jetzt in Urlaub fährt, ist selber schuld – sorry, was für ein Quatsch. Das sind deutsche Staatsbürger.“ (Mit Material der dts Nachrichtenagentur erstellt)





