Kein Aufwind für die Großen

Schrumpfkur für Regierungsparteien: CDU, CSU und SPD verlieren Mitglieder

Schrumpfkur für Regierungsparteien: CDU, CSU und SPD verlieren Mitglieder
Foto: Bundestagsgebäude und Parteien-Logos (Archivbild), via dts Nachrichtenagentur

Nach einem Wahljahr und dem Kanzlerwechsel verzeichnen die drei Koalitionsparteien deutliche Mitgliederverluste. Während die Union einen bereits begonnenen Abwärtstrend fortsetzt, fällt auch die SPD weiter zurück. Die Zahlen zeigen: Die Parteibücher werden seltener.

CDU unter Druck

Für die CDU ist es ein klarer Bruch. Nach Jahren des leichten Aufschwungs hat es die Partei im vergangenen Jahr nicht geschafft, ihre Mitgliederzahl zu halten. Bis zum 31. Dezember 2025 zählte die Christdemokratische Union nur noch 356.769 Mitglieder. Ein Rückgang von zwei Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Ende 2024 waren es noch 364.202. Ende 2023 lag die Zahl bei 363.101. Der Aufwärtstrend von 2025 ist Geschichte.

CSU im Sinkflug

Bei der CSU setzt sich die lange besorgniserregende Entwicklung fort. Gut 122.000 Mitglieder waren aktuell noch in Bayerns größter Partei. Knapp drei Prozent weniger als noch Ende 2024, als die Zahl bei 125.153 lag. Vor allem die schwindende Mitgliederzahl der bayerischen Schwesterpartei dürfte der CDU ebenfalls Sorgen bereiten.

Auch SPD verliert

Auch die Sozialdemokraten können wenig Grund zur Freude haben. Die SPD verlor im Jahr 2025 gut zwei Prozent ihrer Mitglieder. Am Ende des Jahres waren es noch 348.451 Genossen. Ende 2024 waren es noch 357.116. Die SPD bleibt aber weiterhin vor der Union, wenn auch mit schwindendem Abstand.

Die Zahlen kommen zu einer brisanten Zeit. Erst im Februar war der Bundestag gewählt worden. Im Mai zog Friedrich Merz als Kanzler einer schwarz-roten Koalition ins Kanzleramt ein. Doch der politische Schub schlägt sich offenbar nicht in den Mitgliederzahlen nieder. Interessant: Bereits 2024 löste die CDU die SPD als mitgliederstärkste Partei ab. Und auch Ende 2025 lag die Union noch vorne, wenn auch mit deutlichen Verlusten.