Die Spur der digitalen Übergriffe

Schockierende ZDF-Doku „Die Spur“: Deepfake-Pornos – Opfer kämpfen gegen digitale Gewalt

Collien Ulmen-Fernandes und Marie Bröckling auf der Spur der Täter.

Foto: ZDF/Tower Productions

Mit nur wenigen Klicks wird es heutzutage möglich, das Gesicht einer Person in anstößige Videos zu montieren. In der neuen ZDF-Dokumentation „Die Spur“ wird die gravierende Problematik der Deepfake-Pornografie aufgedeckt. Die zweigeteilte Doku, die am 9. und 11. Dezember 2024 ausgestrahlt wird, begleitet die Schauspielerin Collien Ulmen-Fernandes und Investigativ-Journalistin Marie Bröckling auf ihrer Suche nach Tätern und Hintergründen.

Ulmen-Fernandes selbst wurde Opfer solcher digitalen Übergriffe und spricht offen über ihre Erfahrungen. Gemeinsam beleuchten sie die rechtlichen Schwächen und den Mangel an Schutz für Betroffene. Die brisante Doku hinterfragt, warum Deepfake-Pornografie so wenig reguliert wird und welche Folgen sie für das reale Leben der Opfer hat.

Deepfake-Pornos: „Virtuelle Gewalt ist reale Gewalt“

„Virtuelle Gewalt ist reale Gewalt. Das Gehirn kann faktisch nicht unterscheiden, ob es eine Gewalttat im analogen Leben oder im digitalen Raum erlebt hat,“ betont Josephine Ballon, Geschäftsführerin von HateAid. Mit diesen Worten verdeutlicht sie die mentale Belastung, der Betroffene von Deepfake-Pornografie ausgesetzt sind. Die ZDF-Dokumentation deckt auf, dass Frauen im Netz sexualisiert und erniedrigt werden, oft ohne die Möglichkeit, rechtliche Schritte einzuleiten. Ulmen-Fernandes, selbst betroffen, fordert dringende gesetzliche Maßnahmen, um digitale Übergriffe zu verhindern und die Täter zur Rechenschaft zu ziehen.

Collien Ulmen-Fernandes: Opfer und Aktivistin

„Es fühlt sich an, als hätte einem jemand unfreiwillig die Kleider vom Leib gerissen,“ beschreibt Ulmen-Fernandes ihre Empfindungen nach der Entdeckung der Fakes. In „Die Spur“ erzählt sie ihre eigene Geschichte und trifft weitere Betroffene, darunter bekannte Persönlichkeiten wie die Moderatorin Lola Weippert. Die Scham und Angst, die viele Opfer empfinden, hält sie oft davon ab, zur Polizei zu gehen. Die Täter hingegen bleiben anonym und ziehen ungehindert Nutzen aus ihren schädlichen Taten. „Wir müssen die Plattformen viel stärker in die Verantwortung ziehen“, fordert Bayerns Justizminister Georg Eisenreich.

Rechtliche Lücken und gesellschaftliche Verantwortung

Die Doku zeigt auch die juristischen Herausforderungen im Umgang mit Deepfakes. Während Staaten wie Deutschland die Problematik erkennen, bleibt die Rechtslage oft unklar und schwerfällig. „Man darf damit Geld verdienen, man darf es auch bewerben – zum Beispiel auf Pornoseiten“, kritisiert Ballon. Die Doku stellt die Frage: Wie lange soll die Gesellschaft zusehen, bevor wir handeln?

Sendetermine und Streaming in der ZDFmediathek

„Die Spur: Deepfake Pornos“ läuft in zwei Teilen am 11. Dezember 2024 auf ZDF. Der erste Teil, „Auf der Jagd nach den Tätern“, beginnt um 22.15 Uhr, gefolgt vom zweiten Teil „Das Geschäft mit dem Missbrauch“ um 1:00 Uhr. Bereits ab dem 9. Dezember 2024 sind beide Teile in der ZDFmediathek verfügbar.

Diese Doku bringt die tiefe Erschütterung und Dringlichkeit des Problems zum Vorschein und fordert, dass digitale Übergriffe endlich ernstgenommen werden – bevor die Realität die virtuelle Gewalt einholt.

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