Analyse zeigt Lohnbremse
Schlagen die Energiepreise durch, leidet das Einkommen der Beschäftigten. Wenn die Kosten für Energie um zehn Prozent anziehen, registriert das Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) im Schnitt einen Rückgang der Löhne in betroffenen deutschen Industrieunternehmen um 0,34 Prozent. Diese Zahlen stammen aus einer Untersuchung von über 20.000 Firmen über 14 Jahre hinweg (2003 bis 2017).
Besonders bitter für die Arbeitnehmer: Die Effekte sind nicht symmetrisch. Wenn die Energiepreise wieder fallen, profitieren die Löhne davon nicht. Das Leibniz-Institut spricht hier von einer „asymmetrischen Wirkung“: Nur wenn es wirtschaftlich schlecht läuft, schlagen sich diese Preisentwicklungen in den Löhnen nieder.
Allerdings treten diese Lohneffekte nicht sofort ein. „Die Lohneffekte stellen sich nicht nach zwei Wochen ein, sondern nur dann, wenn der Preisschock von Dauer ist“, erklärt IWH-Ökonom Steffen Müller.
Damit könnten gerade in energieintensiven Branchen, wo ohnehin schon hohe Kostenstrukturen herrschen, reguläre Tarifverhandlungen und Gehaltserhöhungen hinfällig werden. Ein heraufziehender Ölpreis-Schock sendet damit Warnsignale nicht nur an die Unternehmen, sondern direkt an die Lohnkonten der Angestellten.
(Mit Material der dts Nachrichtenagentur erstellt)




