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Anhörung bis 2. Dezember

Neue Bildungspläne setzen auf KI, Demokratie und Finanzwissen

Baden-Württemberg stellt Entwürfe für drei neue Bildungspläne zur Diskussion. Bis 2. Dezember können Bürger Stellung nehmen – geplant sind mehr KI, Demokratiebildung und Finanzwissen.

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Schülerinnen und Schüler bei einem naturwissenschaftlichen Experiment als Symbolbild für neue Bildungspläne
Symbolbild: Schülerinnen und Schüler bei einem naturwissenschaftlichen Experiment. Das Foto zeigt nicht die Anhörung.
Foto: Lukas Breusch

Welche Kompetenzen sollen Schülerinnen und Schüler künftig in Gemeinschaftskunde, Technik und Wirtschaft erwerben? Dazu hat das baden-württembergische Kultusministerium fünf Entwürfe veröffentlicht. Betroffen sind die Fächer Gemeinschaftskunde sowie Naturwissenschaften, Informatik und Technik in den Bildungsgängen Gymnasium und gemeinsamer Sekundarstufe I. Für Gymnasien kommt Wirtschaft/Berufs- und Studienorientierung hinzu.

Die Dokumente sind noch nicht beschlossen. Sie befinden sich seit 21. Oktober in der öffentlichen Anhörung. Rückmeldungen können bis 2. Dezember 2026 über ein Onlineformular eingereicht werden. Nach Angaben des Landes sollen die überarbeiteten Bildungspläne zum 1. August 2027 in Kraft treten.

KI und Robotik werden Teil des Technikunterrichts

Im Entwurf für Naturwissenschaften, Informatik und Technik rücken digitale Anwendungen stärker in den Unterricht. Genannt werden unter anderem Robotik, Künstliche Intelligenz sowie Fragen zu Daten und Datenschutz. Die Schülerinnen und Schüler sollen Technik dabei nicht nur anwenden, sondern auch ihre Folgen beurteilen.

Der Entwurf verbindet diese Themen mit forschendem und projektorientiertem Lernen. Dazu gehören Aufgaben aus den Bereichen Energie und Mobilität. Der Ansatz geht damit über reines Faktenwissen hinaus: Vorgesehen ist, technische Lösungen zu entwickeln, zu testen und ihre Auswirkungen abzuwägen.

Demokratiebildung soll konkreter werden

In Gemeinschaftskunde erhält Demokratiebildung nach den Entwürfen zusätzliches Gewicht. Vorgesehen sind unter anderem ein Projektkurs Demokratie und die Auseinandersetzung mit generativen Medien. Damit reagiert der Plan auf die Frage, wie politische Meinungsbildung unter digitalen Bedingungen funktioniert.

Auch die Reihenfolge einzelner Inhalte soll sich ändern. Themen rund um die Europäische Union sowie Frieden und Menschenrechte werden im Gymnasialentwurf stärker in Klasse 11 gebündelt. Das ist mehr als eine formale Verschiebung: Schulen müssten ihre Abfolge und Materialplanung entsprechend anpassen, falls der Entwurf so beschlossen wird.

Finanzwissen reicht von Versicherungen bis zur Steuer

Der Entwurf für Wirtschaft/Berufs- und Studienorientierung setzt zusätzliche Akzente bei der finanziellen Bildung. Schülerinnen und Schüler sollen sich unter anderem mit Altersvorsorge, Versicherungen und Steuern beschäftigen. Hinzu kommen Unternehmertum und Kompetenzen für die Berufs- und Studienwahl.

Ein Teil der Inhalte soll in Klasse 11 verlagert werden. Für Schulen und Lehrkräfte beginnt die praktische Umstellung allerdings erst nach Abschluss der Anhörung und der endgültigen Entscheidung über die Pläne. Bis dahin sind die veröffentlichten Fassungen Arbeitsentwürfe – Änderungen aufgrund der eingehenden Stellungnahmen bleiben möglich.

Die Anhörung ergänzt die größere Umstellung am Gymnasium: Mit dem neuen G9 in Baden-Württemberg verändern sich bereits Schulzeit und Stundentafeln. Die jetzt vorgelegten Fachpläne zeigen konkreter, welche Inhalte künftig im Unterricht stehen könnten.

Auf dem Landesbildungsserver sind alle fünf Entwürfe sowie ergänzende Dokumente frei abrufbar. Stellungnahmen müssen bis einschließlich 2. Dezember eingehen. Danach wertet das Kultusministerium die Rückmeldungen aus; verbindlich werden erst die endgültig verabschiedeten Fassungen.

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